Seit mehreren Jahren stellt die DG den Schülerinnen und Schülern Laptops als verpflichtende Arbeitsinstrumente zur Verfügung. Vivant steht dem Projekt nach eigenen Angaben weiterhin kritisch gegenüber und hätte statt mobiler Geräte hochwertige Computerklassen bevorzugt.
Die Abgeordnete Elena Peters verwies darauf, dass die Geräte zu Unterrichtsbeginn vollständig aufgeladen sein müssten, die Akkuleistung jedoch mit zunehmendem Alter deutlich nachlasse. Nach vier bis fünf Jahren Nutzung erreichten viele Akkus nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Kapazität. In der Praxis komme es daher immer häufiger vor, dass Laptops bereits nach zwei bis drei Unterrichtsstunden leer seien – selbst wenn sie morgens vollständig geladen waren. Da es in vielen Klassenräumen nicht genügend Steckdosen gebe, könnten die Geräte während des Schultages nicht nachgeladen werden. Das erschwere insbesondere den Nachmittagsunterricht, der dann nicht wie geplant stattfinden könne.
Bildungsminister Jérôme Franssen erinnerte daran, dass bei Einführung der IT-Reform im Jahr 2019 die meisten Schulgebäude bereits bestanden hätten. Eine flächendeckende Nachrüstung aller Klassenräume der Sekundarschulen mit zusätzlichen Steckdosen sei damals auf rund zehn Millionen Euro geschätzt worden. Neben dem finanziellen Aufwand wären umfangreiche bauliche Eingriffe sowie organisatorische Herausforderungen während des laufenden Schulbetriebs notwendig gewesen. Deshalb habe man sich bewusst für einen anderen Ansatz entschieden. In der Ausschreibung für die Schullaptops sei eine Mindest-Akkulaufzeit von sieben Stunden festgelegt worden. Zudem setze die DG auf ein nachhaltiges Leasingmodell, das Wartung, Vor-Ort-Garantie und Versicherung einschließe. Leistungsverschlechterungen der Batterie unter 70 Prozent seien abgedeckt; bei Bedarf erfolgten Reparatur oder Geräteaustausch binnen weniger Tage.
Bei Verdacht auf eine verminderte Akkukapazität sollten sich Schülerinnen, Schüler oder Lehrpersonen an die IT-Verantwortlichen der Schulen wenden, damit ein Batterietausch organisiert werden könne. Die grundsätzliche Verantwortung für ein einsatzfähiges Gerät liege jedoch beim Nutzer und sei in der Schulordnung verankert – dazu gehöre auch, den Laptop geladen mit in die Schule zu bringen. Es sei nicht richtig, dass es in den Schulen gar keine Steckdosen gebe. Franssen kündigte an, das Thema in einer Versammlung erneut aufzugreifen und zu prüfen, ob es sich um ein flächendeckendes Problem handle. Diese Diskussion solle noch im laufenden Halbjahr stattfinden.
Elena Peters fand es schade, dass keine grundsätzlichen Lademöglichkeiten vorgesehen seien. Sie verwies darauf, dass Schülerinnen und Schüler bereits Sanktionen erhalten hätten, wenn ihre Geräte nicht ausreichend geladen gewesen seien – selbst wenn sich nicht nachvollziehen lasse, ob der Akku morgens tatsächlich voll gewesen sei. Und diese Problematik dürfte sich mit zunehmendem Alter der Geräte verschärfen. Damit werde die Frage der Akkulaufzeit und der Ladeinfrastruktur künftig noch stärker an Bedeutung gewinnen.
Steffi Pauels (CSP) reagierte mit Unverständnis auf Berichte über Strafen wegen leerer Akkus. Es sei kaum vorstellbar, dass Lehrpersonen dafür Sanktionen verhängten. Sie plädierte für pragmatische Lösungen im Schulalltag, etwa durch einfache technische Hilfsmittel, um solche Situationen zu vermeiden. Auch Andreas Jerusalem (Ecolo) stellte den erzieherischen Sinn entsprechender Maßnahmen infrage. Eine Regelung, die das Aufladen verbiete, erscheine wenig nachvollziehbar. Stattdessen sprach er sich für eine vernünftige und kulante Handhabung aus. Gleichzeitig betonte er, dass bei künftigen Infrastrukturprojekten der Bedarf an Steckdosen stärker berücksichtigt werden müsse. (sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren