Weniger Asylanträge in Belgien – Ministerin Van Bossuyt spricht von Trendwende

<p>Ministerin Anneleen Van Bossuyt</p>
Ministerin Anneleen Van Bossuyt | Foto: Photo News

Konkret beantragten 34.439 Menschen im vergangenen Jahr Asyl in Belgien, wie aus Zahlen des Ausländeramts hervorgeht. Im Jahr 2024 waren es noch 39.615 Anträge gewesen – ein Plus von rund zwölf Prozent gegenüber 2023. Mit den aktuellen Werten liegt Belgien nun wieder auf einem Niveau, das dem der Jahre 2022 (35.507) und 2023 (36.871) entspricht.

Belgien folgt damit laut Van Bossuyt dem allgemeinen Abwärtstrend in der Europäischen Union. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Herbst aus: In den letzten vier Monaten des Jahres wurden fast ein Drittel weniger Anträge registriert als zuvor. Die Ministerin spricht in diesem Zusammenhang von einer „klaren Zäsur“ seit der Einführung ihrer sogenannten Krisenpolitik.

Im vergangenen Jahr hatte die Föderalregierung um Premier Bart De Wever (N-VA) mehrere Maßnahmen beschlossen, um die Zuwanderung einzudämmen. So wurden Missbräuche bei Rückkehrprämien bekämpft, zusätzliche Kontrollen an den Grenzen eingeführt und die Aufnahme von Personen beendet, die bereits in einem anderen EU-Staat Schutz erhalten haben. Zudem wurden die Regeln für den Familiennachzug verschärft.

Dabei soll es nicht bleiben. Van Bossuyt kündigte an, dass in den kommenden Monaten weitere Schritte folgen werden. Man habe bislang nur einen Teil der im Koalitionsabkommen vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. Ziel sei es, im europäischen Rahmen den Anreiz für unbegründete Asylanträge weiter zu verringern.

Die sinkenden Ankunftszahlen haben auch praktische Folgen für die Unterbringung. Die Unterbringung von Asylsuchenden in Hotels, die als Notlösung vom vorherigen Kabinett eingeführt worden war, wird derzeit schrittweise beendet. Dieses System soll laut Ministerin Van Bossuyt noch im Laufe dieses Monats auslaufen, da sich die Lage im Aufnahmenetz inzwischen entspannt habe. (belga/calü)

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