„Die Strade Bianche und Mailand-Sanremo zählen zu den schönsten Rennen der Saison, deswegen will ich sie auf keinen Fall verpassen. Ich möchte mich überall zeigen und jede sich bietende Chance nutzen“, legt Wout van Aert die Marschroute für den ersten Teil der Saison 2026 fest. Der startet aus Sicht des Herentalers am 28. Februar beim Omloop Het Nieuwsblad, ehe eine Woche später die weißen Straßen von Siena warten (7. März). In der Toskana hatte „WVA“ 2020 vor Julian Alaphilippe triumphiert, es folgten zwei dritte Plätze 2021 und 2023.
Das erklärte der Radstar am Dienstagnachmittag im Trainingscamp seines Rennstalls Visma – Lease a bike im spanischen La Nucia. „Durch meinen Sieg in Siena beim letzten Giro d’Italia ist mir klar geworden, dass die Strade Bianche trotz der Streckenänderungen immer noch gut zu meinen Qualitäten passt“, betont der 31-Jährige, in dessen Planung anschließend Tirreno-Adriatico (9.-15. März), Mailand-Sanremo (21. März) und E3 Saxo Classic (27. März) warten, ehe mit der Flandern-Rundfahrt (5. April) und Paris-Roubaix (12. April) zwei Pflasterstein-Monumente folgen. Hinter seinen Starts bei Kuurne-Brüssel-Kuurne (1. März), Flanders Fields (29. März) und Dwars door Vlaanderen (1. April) stehen noch Fragezeichen.
Zum achten Mal bei der Tour
Und im Sommer stehen dann zwei Rundfahrten an: Zum achten Mal nimmt Wout van Aert die Tour de France in Angriff (4.-26. Juli), zum zweiten Mal die Vuelta a España (22. August - 11. September) – mit der er noch eine Rechnung offen hat: 2024 hatte er seine Premiere in Spanien nach einem schweren Sturz abbrechen müssen. Dabei soll die Vuelta auch als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Montréal (20.-27. September) gelten.
„Wout hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er die ‚Ronde‘ und Paris-Roubaix gewinnen will. Für ihn und für uns wäre es toll, wenn er sich diesen Traum erfüllen könnte“, sagte Visma-Sportchef Grischa Niermann: „Angesichts unserer Ziele ist es logisch, dass Wout auch bei Mailand-Sanremo startet. Mit ihm als ehemaligen Gewinner halten wir im Kampf um den Sieg eine zusätzliche Karte in den Händen.“

Denn hinterm Berg hält der niederländische Rennstall, der den Raerener Tim Rex zu Jahresbeginn erstmals mit einem Profivertrag ausstattete, beileibe nicht: Ein Monument, der Giro und die Tour stehen auf der Wunschliste. Für die beiden Letzteren soll Jonas Vingegaard sorgen: Der Däne will seinen großen Rivalen Tadej Pogačar kopieren und peilt das Double an. Der 29-Jährige bestätigte am Dienstag seine Premiere bei der Italien-Rundfahrt, die in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien beginnt. Im Juli fordert er dann Pogačar in Frankreich im Kampf um den Gesamtsieg heraus. Pogačar hatte im vergangenen Jahr als erster Radprofi seit 26 Jahren das schwer zu erreichende Double aus den beiden wichtigsten Landesrundfahrten gewonnen. Der Slowene war erst der achte Fahrer, dem dies gelang.
Niermann erklärt Double-Taktik
„Ich denke schon eine ganze Weile an den Giro. Es ist eines der größten Rennen im Kalender und ich bin ihn noch nie gefahren“, sagte Vingegaard. „Der Sieg bei der Vuelta im vergangenen Jahr hat mir noch mehr Motivation gegeben, um nun in Italien all-in auf den Gesamtsieg zu gehen. Ich hätte das Rosa Trikot gern in meiner Sammlung.“ Sportchef Niermann betonte, dass die Italien-Rundfahrt Vingegaard helfen kann, Pogačar später im Jahr zu besiegen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Giro-Teilnahme gut für sein Niveau bei der Tour sein wird“, sagte der deutsche Ex-Profi. Der Gesamtsieg beim Giro sei anvisiert, das Hauptziel aber bleibe die Tour.
Folgt Vingegaard auf Froome?
Vingegaard würde mit einem Sieg beim Giro seinen Rivalen Pogačar in der Triple-Statistik hinter sich lassen. Der Däne hat bereits Siege bei der Tour (2022, 2023) und der Vuelta a España (2025) auf dem Konto und hätte mit einem Triumph in Rom am 31. Mai Siege bei allen drei Grand Tours. „Das hat bei meiner Entscheidung natürlich eine Rolle gespielt“, sagte Vingegaard. Pogačar hat die Vuelta bislang nicht gewonnen. Zuletzt hatte der Brite Christopher Froome 2018 das Grand-Tour-Triple komplettiert. Ein dreifacher Triumph aus Siegen bei Giro, Tour und Vuelta in einem Jahr hat noch kein Fahrer geschafft. (belga/sid/tf)

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