Geleitet wurde das Theorieseminar in diesem Jahr erstmals von der neuen Rhetoriktrainerin Anna Krispin, die den Teilnehmenden fundierte Einblicke in zeitgemäße Rhetorik und Kommunikation vermittelte. Im Zentrum standen dabei nicht nur klassische rhetorische Mittel, sondern auch aktuelle Herausforderungen der Kommunikation in einer zunehmend digitalen Welt.
Anna Krispin ist Kommunikationswissenschaftlerin und als Dozentin und Forscherin im Bereich professionelle Kommunikation in digitalen Kontexten tätig. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich unter anderem mit mündlicher Kommunikation, nonverbaler Wirkung sowie dem Einfluss neuer Technologien auf Sprache und Präsentation. Diese Verbindung aus wissenschaftlicher Expertise und Praxis brachte sie nun erstmals in den Rhetorika-Wettbewerb ein. „Rhetorik bedeutet heute nicht nur wie man etwas sagt, sondern auch was man sagt“, betonte Anna Krispin. Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Social Media sei es wichtig, Inhalte kritisch zu hinterfragen, Quellen zu prüfen und Verantwortung für die eigene Kommunikation zu übernehmen. Gleichzeitig spiele die Art der Vermittlung eine entscheidende Rolle: Stimme, Körpersprache, Mimik und Pausen hätten einen großen Einfluss darauf, wie Botschaften wahrgenommen werden – sei es in einer Rede, einem Bewerbungsgespräch oder im Teammeeting.

Im Theorieseminar stellte Anna Krispin drei zentrale Bausteine einer gelungenen Rede in den Fokus: Inhalt, Text und Form. „Alle drei Elemente müssen zusammenspielen. Wenn eines davon vernachlässigt wird, leidet die Wirkung der gesamten Rede“, erklärte sie. Anhand praktischer Übungen und Feedbackrunden konnten die Jugendlichen ihre vorbereiteten Reden präsentieren und gezielt an Ausdruck, Struktur und Wirkung arbeiten. Neben den fachlichen Inhalten legte die neue Trainerin großen Wert auf die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden. „Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen Mut zum Sprechen entwickeln und Feedback als Chance begreifen – nicht als Kritik, sondern als Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln“, erklärte Anna Krispin. Besonders positiv fiel dabei die hohe Reflexionsfähigkeit der Teilnehmenden auf, die Rückmeldungen aufmerksam aufnahmen und aktiv umsetzten.

Das Theorieseminar bildete den Auftakt zu einer Reihe weiterer Programmpunkte im Rahmen von Rhetorika 2026. Am 24. Januar folgt das Vorfinale in Eupen, bei dem die Teilnehmenden eine dreiminütige Rede vor einer Fachjury halten. Acht Finalistinnen und Finalisten qualifizieren sich anschließend für das große Finale am 14. März 2026 in Kino Scala in Büllingen. Am 11. März haben die Finalisten zudem die Möglichkeit, ihr Können bei einer Generalprobe weiter zu verfeinern. (red/sc)
Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie zur Anmeldung finden Interessierte auf den Webseiten www.rhetorika-dg.be und www.ocarina.be sowie auf den Social-Media-Kanälen von Rhetorika.

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