Der Bericht, der am Montag erstmals im Versicherungsausschuss vorgestellt wurde, zeigt, dass die Bruttoausgaben des Likiv im Jahr 2024 7,9 Milliarden Euro erreichten – ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Rückerstattungen und verschiedenen Beiträgen der Pharmaunternehmen an die Krankenversicherung beliefen sich die Nettoausgaben auf 5,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 6,6 Prozent gegenüber 2023 entspricht.
Besonders ausgeprägt ist der Kostenanstieg im Krankenhaussektor, der 54,7 Prozent der Bruttoausgaben ausmacht. Dieser Anteil steigt seit 2020 kontinuierlich – dem ersten Jahr, in dem die Krankenhausausgaben jene der öffentlichen Apotheken überstiegen.
Auch die sonstigen pharmazeutischen Leistungen (medizinische Ernährung, Betreuungspfade bei Diabetes, Impfungen usw.) nahmen binnen eines Jahres um 6,7 Prozent zu.
In den öffentlichen Apotheken stieg der durchschnittliche Eigenanteil der Patienten von 2023 auf 2024 um 2,1 Euro. Dieser Anstieg bleibe jedoch begrenzt, betont das Likiv. Zwischen 2019 und 2024 erhöhte sich der von den Patienten zu tragende Anteil an den erstatteten Medikamentenkosten um 10 Prozent, während die Brutto- und Nettoausgaben des Likiv um 51 Prozent beziehungsweise 32 Prozent zulegten. Der relative Patientenanteil sei in diesem Zeitraum somit gesunken – unter anderem dank der Deckelung der Zuzahlungen, des Maximalbetrags sowie der Verschiebung der Ausgaben in den Krankenhaussektor.
Zudem konzentrieren sich die pharmazeutischen Kosten auf wenige Medikamentenklassen: 15 von 164 Klassen machen 68 Prozent der Gesamtausgaben aus. Monoklonale und konjugierte Antikörper, die ausschließlich in Krankenhäusern eingesetzt werden, stehen für knapp ein Sechstel des Likiv-Budgets und verzeichneten zwischen 2023 und 2024 einen weiteren Anstieg um 8,6 Prozent. Hauptursachen sind die Ausweitung der Indikationen sowie der verstärkte Einsatz neuer, meist teurerer Wirkstoffe.
Es folgen die Immunsuppressiva, die in öffentlichen Apotheken weiterhin den größten Posten bei den Bruttokosten darstellen (17,7 Prozent des Apothekenbudgets, 12,4 Prozent des Gesamtbudgets). Antidiabetika, die unter anderem im Rahmen von Behandlungen zur Gewichtsabnahme eingesetzt werden, haben ihre Kosten binnen zehn Jahren verdreifacht und machen 3,5 Prozent des Likiv-Budgets aus.
Abschließend hält der Bericht fest, dass auch die Vereinbarungen mit Pharmaunternehmen zur besseren Kontrolle der Nettoausgaben für Medikamente mit unsicherem Zusatznutzen und/oder hohem Budgetrisiko zugenommen haben – um 16 Prozent zwischen 2023 und 2024. Rund 60 Prozent dieser Vereinbarungen betreffen Onkologika. (belga/rt)

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