Umwelt als Chance: Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung in belgischen Unternehmen

<p>Firmen in Wallonie und Brüssel sparen Wasser und Rohstoffe.</p>
Firmen in Wallonie und Brüssel sparen Wasser und Rohstoffe. | Foto: picture alliance/dpa

Für die Mehrheit der befragten frankophonen Unternehmen und Selbstständigen sind ökologische Maßnahmen längst nicht mehr nur eine Pflicht. 71 Prozent sehen Umweltinitiativen vielmehr als Chance und nicht als Belastung. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft, konkrete Schritte umzusetzen: So geben 87 Prozent der Befragten an, bereits konsequent Müll zu trennen.

Ziel der Umfrage war es, zu ermitteln, wie Unternehmen die ökologischen und sozialen Herausforderungen ihres Alltags wahrnehmen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Europäische Union ihre Nachhaltigkeitsziele zuletzt teilweise zurückgefahren hat.

Soziale Maßnahmen gelten häufiger als Belastung

Anders fällt die Einschätzung bei sozialen Themen aus. Hier empfinden laut der Studie 68 Prozent der Unternehmer soziale Initiativen eher als Einschränkung – ein nahezu umgekehrtes Bild im Vergleich zu Umweltmaßnahmen. Dennoch engagieren sich viele Betriebe auch in diesem Bereich. 94 Prozent kommunizieren beispielsweise offen über ihre Werte.

Trotz Diskussionen in vielen Firmen bleiben Homeoffice und flexible Arbeitszeiten in mehr als jedem zweiten Unternehmen bestehen (56 Prozent). Ebenso verfügen 55 Prozent der Betriebe über Weiterbildungs- oder Entwicklungspläne für ihre Mitarbeitenden. In fast 80 Prozent der Fälle wurden diese Maßnahmen allerdings nur punktuell eingeführt.

Kosten und Zeitmangel bremsen Engagement

Unabhängig davon, ob es um Umwelt- oder Sozialthemen geht, stoßen Unternehmen auf ähnliche Hindernisse. Budgetgrenzen und Zeitmangel gelten als die größten Bremsfaktoren. Zudem geben 53 Prozent an, Schwierigkeiten bei der Suche nach finanziellen Förderungen zu haben, während 47 Prozent Probleme sehen, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Entsprechend groß ist der Wunsch nach besserer Unterstützung: 74 Prozent plädieren für eine zentrale Internetplattform mit allen relevanten Informationen, 73 Prozent für gezielte Förderhilfen und 69 Prozent für eine zentrale Anlaufstelle. Genau darauf reagiert der von UCM eingerichtete „Nachhaltigkeitsschalter“, der Unternehmen künftig beraten und begleiten soll.

Investitionen lohnen sich – wenn der Nutzen sichtbar ist

Die Studie zeigt außerdem, was Unternehmen zum Handeln motiviert. Besonders im sozialen Bereich spielt der wirtschaftliche Nutzen eine zentrale Rolle: 87 Prozent investieren eher, wenn ein klarer finanzieller Mehrwert erkennbar ist. Auch die Bindung und Gewinnung von Kunden (75 Prozent) sowie die Stärkung des Markenimages (62 Prozent) gelten als wichtige Treiber.

Fast jeder zweite Befragte erklärt sich grundsätzlich bereit, stärker in Maßnahmen der unternehmerischen Sozialverantwortung (CSR) zu investieren – vorausgesetzt, die Projekte werden besser begleitet und ein messbarer Nutzen ist kurz-, mittel- oder langfristig erkennbar. (belga/calü)

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