Zum Tod des Autors Erich von Däniken: Provokateur aus dem All

<p>Touristen blicken von einem Aussichtspunkt auf die Nazca-Linien im Süden Perus. Die riesigen Geoglyphen sind nur aus der Luft oder von umliegenden Hügeln sichtbar – ihr Zweck gibt der Forschung bis heute Rätsel auf.</p>
Touristen blicken von einem Aussichtspunkt auf die Nazca-Linien im Süden Perus. Die riesigen Geoglyphen sind nur aus der Luft oder von umliegenden Hügeln sichtbar – ihr Zweck gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. | Foto: belga/afp

Trotzdem verdient dieser Mann mehr als ein Achselzucken. Wer ihn in Talkshows erlebt hat, kennt den Moment: von Däniken, ruhig, fast beiläufig – und dann der Satz: „Da stimmt doch was nicht!“ Kein harter Befund, aber ein perfekter Aufhänger.

Jetzt weiterlesen – und noch viele weitere Artikel…
Mit dem Basic-Abo haben Sie Zugang zu allen Artikeln bereits ab 9 € pro Monat!
Jetzt abonnieren
Bereits abonniert?

Kommentare

  • Die Thesen Erich von Dänikens haben auch mich in meiner Jugend fasziniert. Wer sein Interesse für das Weltall und Astronomie entdeckte, konnte Erich von Däniken nicht übergehen, da die von ihm aufgeworfenen Fragen letztlich Parallelen mit astronomischen Forschungsgebieten aufwiesen. Von Dänikens Antworten hingegen waren… zu schön um wahr zu sein.

    Parallelen gibt es allerdings auch zu Religionen, die - als das menschliche Bewusstsein sich herausbildete - aus dem Wissensdrang des frühen Menschen entstanden sind. Da den Menschen die kognitiven Fähigkeiten und wissenschaftlichen Instrumente fehlten, um Naturphänomene zu erklären und zu verstehen, welches die Position des Homo sapiens in seiner Umwelt war, wurde im Laufe der Jahrtausende Religionen und tausende Götter erschaffen, die dem Unverständlichen einen Sinn gaben.

    Im Zuge wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden die religiösen Erklärungsversuche nach und nach mit zum Teil erheblichen Widerstand der Religionshüter abgeräumt. Bis heute gibt es dogmatische religiöse Positionen, die einer aufgeklärten wissenschaftlichen Sichtweise einfach nicht mehr standhalten.

    Erich von Däniken war offensichtlich ein gläubiger Mensch und auch seine Beharrlichkeit, an seinen Thesen festzuhalten ähnelt der Erkenntnisverweigerung religiöser Institutionen. Zumindest hat seine Passion niemandem in Inquisitionsfolterkellern das Leben gekostet.

    Wenn er auf Widersprüche seiner Thesen hingewiesen wurde, blieb ihm bisweilen auch nur der Verweis auf… göttliche Eingriffe.
    Insofern unterscheidet sich das imaginäre Weltbild des schweizer Publizisten wenig von religiös deistischen Gemälden. Ja, auch die Tatsache, dass Däniken seine Thesen zu Geld gemacht hat erinnert daran, wie Kirchen sich dank ihrer Machtposition an den Menschen bereichert haben. Dies nicht nur beim mittelalterlichen Ablasshandel.

    Die phantasievollen Erklärungen Erich von Dänikens woher unserer Zivilisation stammt waren in den vergangenen Jahrzehnten und bis heute Wasser auf die Mühlen von Menschen, denen „profane“ wissenschaftliche Erklärungen nicht ausreichen. Dies alles findet man tatsächlich auch bei 9/11, Corona,… und bei denjenigen, die im Maga-Universum des Donald Trump unterwegs sind.

    Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass die erdische Zivilisation kaum von hochentwickelten Wesen aus dem All begründet wurde, sondern das Ergebnis einer seit Millionen von Jahren ablaufenden Evolution, die Herausragendes aber auch leider immer noch viel Dummheit hervorgebracht hat.

    Zumal beim Homo sapiens sapiens.

Kommentar verfassen

1 Comment