Stahlriese ArcelorMittal plant großen Stellenabbau in Gent

<p>Unsichere Zukunft für Tailored Blanks: ArcelorMittal startet Konsultationsverfahren.</p>
Unsichere Zukunft für Tailored Blanks: ArcelorMittal startet Konsultationsverfahren. | Foto: belga

Betroffen ist die Abteilung „Tailored Blanks“, die unterschiedliche Stahlsorten und -dicken maßgeschneidert zuschneidet und miteinander verschweißt. Die so entstehenden Halbzeuge werden vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt, etwa für Karosserie- und Strukturbauteile.

In einer offiziellen Mitteilung bestätigte ArcelorMittal, dass ein formelles Informations- und Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften gestartet wurde. „Eine Analyse der Aktivitäten zeigt, dass ArcelorMittal Tailored Blanks Gent mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist“, heißt es. Genannt werden ein deutlicher Rückgang der Produktionsmengen, stark gesunkene Margen sowie aufgelaufene Verluste über mehrere Jahre. Vor diesem Hintergrund werde eine Schließung des Standorts in Betracht gezogen.

Nun beginnt die sogenannten Renault-Prozedur, die bei möglichen Betriebsschließungen einen strukturierten Dialog zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern vorsieht. Solange dieses Verfahren läuft, wolle sich das Unternehmen nicht zu weiteren Schritten äußern.

Konzernchefin Sibel Onen betonte die schwierige Situation für die Belegschaft. „Dies ist eine belastende Phase für die Mitarbeiter von ArcelorMittal Tailored Blanks Gent. Wir werden während des gesamten Informations- und Konsultationsprozesses eng mit den Beschäftigten und allen Beteiligten zusammenarbeiten und transparent kommunizieren“, erklärte sie.

Am Standort Gent beschäftigt ArcelorMittal nach eigenen Angaben rund 4.500 Mitarbeiter. Belgienweit zählt der Konzern knapp 5.900 Vollzeitstellen und erzielt einen Jahresumsatz von etwas mehr als fünf Milliarden Euro. (belga/calü)

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