Traktoren auf der Autobahn: Landwirte planen neue Blockaden gegen Mercosur-Abkommen

<p>Belgiens Landwirtschaft macht erneutgegen den EU-Mercosur-Deal mobil.</p>
Belgiens Landwirtschaft macht erneutgegen den EU-Mercosur-Deal mobil. | Foto: belga

Initiator der Proteste ist der Verband der wallonischen Junglandwirte (FJA). Unterstützung kommt von der wallonischen Landwirtschaftsorganisation Fugea. Gemeinsam wollen die Organisationen den Druck auf Politik und EU-Institutionen erhöhen, um eine mögliche Unterzeichnung des Abkommens noch zu verhindern.

Geplant sind laut den Organisatoren Straßenblockaden mit Traktoren an strategisch wichtigen Punkten des Autobahnnetzes – vor allem im Süden des Landes. Autofahrer müssen sich daher auf Verkehrsbehinderungen und längere Fahrzeiten einstellen.

Hintergrund ist die wachsende Sorge vieler Landwirte vor einer unfairen Konkurrenz durch billige Agrarimporte aus Lateinamerika. Die Bauern befürchten massive Marktverzerrungen, da in den Mercosur-Staaten häufig deutlich niedrigere Umwelt-, Tierwohl- und Gesundheitsstandards gelten als in der Europäischen Union. „Unsere Betriebe können mit diesen Bedingungen kaum konkurrieren“, lautet der Tenor in der Branche.

Die geplanten Aktionen knüpfen an eine große Protestkundgebung an, bei der bereits am 18. Dezember 1.000 belgische und europäische Landwirte in Brüssel demonstriert hatten.

Der Zeitdruck wächst: Die EU-Kommission könnte das umstrittene Freihandelsabkommen, dessen Verhandlungen bereits 1999 starteten und sich seither in die Länge ziehen, ab dem 12. Januar in Brüssel unterzeichnen. Betroffen wären die Mercosur-Länder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. (belga/calü)

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