Zum Jahresende 2025 bleibt der Krieg in der Ukraine ein ernüchterndes Lehrstück über großspurige Versprechen und die Trägheit der politischen Realitäten. Allen Ankündigungen Donald Trumps zum Trotz, er werde den Konflikt binnen kürzester Zeit beenden, sprechen zum Ende des ersten Jahres seiner zweiten Amtszeit weiterhin die Waffen. Mehr noch: Die Eskalation wird zunehmend von Russland vorangetrieben, mit massiven Drohnenangriffen, die jede diplomatische Initiative konterkarieren. Wer sich an den Schlagzeilen orientiert, mag dennoch Bewegung erkennen. Wer genauer hinsieht, erkennt vor allem, wie viel ungelöst bleibt. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen.
Kommentare
Die Glaubwürdigkeit westlicher Außen- und Sicherheitspolitik ist längst zerstört. Durch eine viel zu zögerliche und zu späte militärische Unterstützung der Ukraine, durch zaghafte und nicht konsequent umgesetzte Sanktionen und vor allem, durch mangelnden Mut und Risikobereitschaft, dem russischen Despoten rote Linien aufzuzeigen.
Geradezu unterwürfig und allein auf den eigenen Wohlstand fixiert, traut die EU sich nicht, russische Gelder zur Unterstützung der Ukraine zu nutzen. Der belgische Premier wird für seinen Pyrrhussieg von belgischen Medien gefeiert. In Wirklichkeit ist diese Hasenfüßigkeit genau das, was Putin stark macht.
Ohne konsequente und glaubhafte Ansprache sowie Zeichen, die unmissverständlich Stärke, Handlungsbereitschaft und Handlungsfähigkeit demonstrieren, wird Putin seinen verbrecherischen Krieg fortsetzen.
Weiter zu glauben, dass uns dies nichts angeht oder wir unseren Wohlstand, unsere Sicherheit und Freiheit sichern können, ohne dafür einen Preis zahlen zu müssen und ohne jegliche Risikobereitschaft, ist nicht nur naiv und kurzsichtig, sondern ganz einfach Selbstbetrug.
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