Nach mildem Herbst: Handel setzt Hoffnungen in den Winterschlussverkauf

<p>Viele Modehändler blicken optimistisch auf die Winterschlussverkäufe – trotz eines schwachen Herbstgeschäfts.</p>
Viele Modehändler blicken optimistisch auf die Winterschlussverkäufe – trotz eines schwachen Herbstgeschäfts. | Illustrationsbild: belga

Die Preisnachlässe sollen zum Start bei etwa 30 Prozent liegen – ähnlich wie im Vorjahr. Auch die Lagerbestände entsprechen weitgehend dem Niveau des vergangenen Winters: Mehr als 40 Prozent der Händler geben an, noch 40 bis 60 Prozent ihrer Kollektion auf Lager zu haben.

Die Modegeschäfte setzen große Hoffnungen in die Rabattperiode, denn der besonders milde Herbst habe viele Kunden vom Kauf warmer Kleidung abgehalten. Der Umsatz sei in den vergangenen Monaten im Schnitt um vier Prozent gesunken. Mehr als die Hälfte der Händler meldete rückläufige Verkäufe, während 17,3 Prozent ein Plus verzeichneten. Bei rund 30 Prozent blieb der Umsatz stabil.

„Der Herbst hat eigentlich früh begonnen und der September lief sehr stark“, erklärt Isolde Delanghe, Direktorin von Mode Unie. „Doch die milden Temperaturen im Oktober, November und sogar bis Mitte Dezember haben dazu geführt, dass viele Kunden den Kauf von Winterkleidung verschoben haben.“

Zudem werde zielgerichteter eingekauft: Dank der zahlreichen Verkaufskanäle das ganze Jahr über fühlten sich die Menschen weniger unter Druck, sofort bei Rabatten zuzuschlagen. Besonders unabhängige Geschäfte spüren diese Entwicklung.

Auch der Selbstständigen-Gewerkschaft (SNI) stellt fest, dass die Kunden immer anspruchsvoller werden: „Sie wollen Internetpreise, aber zugleich die Beratung und das Einkaufserlebnis eines lokalen Geschäfts – eine schwierige Kombination für kleine Betriebe mit sehr geringen Margen“, heißt es seitens der Organisation.

In den vergangenen zwei Wochen seien die Einkaufsstraßen im Norden des Landes jedoch deutlich belebter gewesen. Gekauft werde aber bewusst und überlegt: Die Kunden informierten sich im Vorfeld und wüssten genau, weshalb sie ein Geschäft aufsuchen. Spontankäufe seien seltener geworden. Einige Händler hatten bereits Kombinationsangebote lanciert, und auch der letzte Einkaufsschub vor den Feiertagen habe dem Sektor geholfen.

Die SNI erneuert zudem die Forderung, die Winterschlussverkäufe künftig im Februar statt im Januar zu organisieren – das würde der realen Saisonentwicklung besser entsprechen. (belga/rt)

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