Die Föderalregierung hatte Ende November im Rahmen des Haushaltsabkommens zunächst eine belgische Pakettaxe von zwei Euro geplant. Sie sollte eine Antwort auf die Flut sehr günstiger Importwaren aus Drittstaaten – vor allem aus China – sein. Bei vielen dieser Produkte lasse die Qualität zu wünschen übrig, zudem sei eine lückenlose Kontrolle kaum möglich.
Am 11. Dezember beschlossen die EU-Finanzminister jedoch, ab Juli 2026 eine einheitliche Abgabe von drei Euro pro Paket auf EU-Ebene einzuführen. Seither prüfte Belgien die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die nationale Regelung. Nun steht fest: Eine separate belgische Abgabe entfällt, bestätigte am Mittwoch das Kabinett von Finanzminister Jan Jambon (N-VA).
Damit erspart sich Belgien eine Übergangslösung mit einem eigenen Gesetz für nur wenige Monate, um anschließend auf das EU-System umzusteigen.
Die EU-Importabgabe von drei Euro gilt für Pakete mit einem Warenwert unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern. Bislang fallen auf diese günstigen Sendungen keine Einfuhrzölle an.
Die Dimensionen sind enorm: 2024 gelangten rund 4,6 Milliarden Pakete mit einem Wert unter 150 Euro in die EU – das entspricht 145 Paketen pro Sekunde. 91 Prozent dieser Sendungen stammten aus China. (belga/calü)

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