Die Online-Plattform „ichkauflokal.be“ wurde während der Corona-Pandemie als Kooperationsprojekt zwischen WFG und zahlreichen Partnern ins Leben gerufen, um den lokalen Einzelhandel in der DG zu stärken. Die offizielle Projektlaufzeit endete bereits 2023 – bis zum Jahresende führt die WFG das Projekt noch selbst fort. Zum Start des neuen Jahres übernimmt dann GE-Media die Plattform vollständig. „Das Tool einfach sterben zu lassen, lag nicht in unserem Interesse“, bestätigt Raphaël Sproten, Verkaufsleiter bei GE-Media. Immerhin liege es sowohl der Mediengruppe als auch der WFG am Herzen, den lokalen Einzelhandel weiterhin zu stärken.
Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Händler melden sich per Online-Formular bei der Plattform an – und erhalten eine kostenlose Online-Präsenz. Wichtig: Das Geschäft muss bereits über mindestens einen Online-Kanal verfügen, sei es beispielsweise mit einer Seite in den Sozialen Netzwerken, mit einer Webseite oder einem Whatsapp-Kanal.
Neben dem Ziel „die Sichtbarkeit der Einzelhändler zu erhöhen“ geht es bei der Plattform auch darum, „die Bevölkerung für das lokale Einkaufen zu sensibilisieren“, wie Nathalie Klinkenberg, Geschäftsführerin der WFG, erklärt. Kurz: die Förderung des lokalen Einzelhandels. Die Sensibilisierungskampagnen laufen dabei stets crossmedial, etwa im Radio, auf Social-Media, in der Zeitung oder auch auf Werbetafeln in den Gemeinden.

Auch ein bis zwei Workshops pro Jahr werden im Rahmen der Initiative organisiert. Ziel der Workshops ist es, „den Händlern diverse Instrumente an die Hand zu geben, um sich digital gut aufstellen zu können.“ Dabei handelt es sich um ganz praktische Dinge wie den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) oder E-Commerce.
Sowohl die Kampagnen als auch die Workshops will GE-Media beibehalten, wie Raphaël Sproten und Geschäftsführer Olivier Verdin bestätigen. Die Workshops sollen dabei auch weiterhin in Zusammenarbeit mit der WFG organisiert werden.
Digitaler Auftritt wird auch für lokale Händler immer wichtiger.
„Die Plattform aufzubauen war nicht ohne“, erinnert sich Nathalie Klinkenberg. Aktuell sind mehr als 350 registrierte Händler aus elf Branchen in dem Tool aufgeführt. Die Online-Präsenz wird auch im ländlichen Raum immer wichtiger. Längst sind Online-Giganten wie Amazon und Co. zu gefährlicher Konkurrenz geworden. Dabei wäre das nicht nötig: „Man findet alles vor der Haustür“, so die WFG-Geschäftsführerin. Das müsse allerdings immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Dabei handelt es sich bei den Problemen, mit denen sich der lokale Handel konfrontiert sieht, um einen echten Teufelskreis, wie Raphaël Sproten feststellt: „Je weniger Geschäfte in der Innenstadt sind, desto unattraktiver werden Innenstädte“ – das wiederum führe zu weiterer Abwanderung. Damit haben im Übrigen nicht nur ländliche Gegenden zu kämpfen, sondern auch große Städte.
„Aktuell sind wir total glücklich, dass wir mit GE-Media einen Partner gefunden haben, der diese Plattform übernimmt“, unterstreicht Nathalie Klinkenberg. „Wir möchten den Einzelhandel und das Innenleben der Städte und Dörfer stärken“, erklärt Raphaël Sproten die Motivation hinter der Übernahme. „Das ist auch in unserem Interesse.“ „Ich halte es für richtig und wichtig, dass jemand aus der Privatwirtschaft diese Initiative übernimmt“, so die WFG-Geschäftsführerin. „GE-Media ist prädestiniert dafür“, fügt sie hinzu. Sowohl personell als auch technisch und aus Erfahrung sei man gut aufgestellt.
GE-Media hat mit dem „Branchenindex“ bereits ein Portal in seinem Portfolio, das in eine ähnliche Kerbe schlägt. Der Branchenindex geht dabei über den reinen Außenhandel hinaus und bietet ein umfassendes, branchenübergreifendes Unternehmerverzeichnis für Ostbelgien. „Unser Ziel ist es, die beiden Plattformen irgendwann zu fusionieren“, so Raphaël Sproten – das sei jedoch noch Zukunftsmusik. Erstmal werden beide Plattformen parallel weitergeführt.

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