Zwischen 2022 und 2024 hatte Wallimage sechs ähnliche Ausschreibungen durchgeführt und damit 33 Spiele mit rund 3,6 Millionen Euro unterstützt. Die Mittel stammten aus dem wallonischen Wiederaufbauplan. Seit dem ersten Halbjahr 2024 waren sie jedoch ausgelaufen, was bei zahlreichen Studios für Unsicherheit sorgte.
Mit dem neuen Budget sollen acht bis 15 Projekte gefördert werden – sowohl etablierte Studios als auch jüngere Unternehmen, die durch das Gaming-Programm entstanden sind. Die Unterstützung kann bis zu 400.000 Euro pro Produktionsprojekt erreichen und bis zu 75.000 Euro für Vorproduktionen. Zusätzlich sind 100.000 Euro vorgesehen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Vermarktung der unterstützten Spiele zu erhöhen.
Wallimage kündigt zudem eine gezielte Informationskampagne für Studios in der Wallonie und im Ausland an. Nach Angaben des Fonds erzeugt ein investierter Euro im Durchschnitt 4,64 Euro an wirtschaftlichem Wert bei Produktionsprojekten. Bei Vorproduktionen falle die Quote zwar geringer aus, doch sei das Ziel, möglichst viele Projekte zur Produktionsreife zu führen.
Seit Einführung des Programms wurden sieben internationale Koproduktionen ermöglicht. Das Fördermodell wirke wie ein „Starterpaket“ für die Branche, heißt es von Wallimage.
Auch in der wallonischen Videospielszene herrscht Erleichterung. Nach der Gamescom hatte es Kritik wegen fehlender öffentlicher Unterstützung gegeben. Jean Gréban, Koordinator des Branchenverbands Walga, spricht nun von „einem wichtigen Schritt und einem starken Signal“, das dem regionalen Politikplan entspreche. Allerdings sei die Zukunftsfinanzierung des Verbands selbst noch nicht gesichert – das Budget für 2026 werde derzeit mit der Region verhandelt.
Die Frische der Hilfe kommt in einer schwierigen Phase: Der Markt ist hart umkämpft, und viele Studios kämpfen mit finanziellen Problemen. Mehrere Spiele seien zwar in den vergangenen Wochen veröffentlicht worden, doch würden die Einnahmen meist nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, so Gréban. Einige Studios müssten daher wohl schließen. Umso wichtiger sei es, Fachwissen und Erfahrung zu erhalten.
Langfristig hofft Wallimage auf eine strukturelle Verstetigung der Förderung. Ob diese über 2026 hinaus möglich ist, sei jedoch ungewiss – insbesondere, weil Entscheidungen auf EU-Ebene noch ausstehen. (belga/rt)

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