„Der Plan enthält viele wohlklingende Absichtserklärungen, aber keine konkreten Maßnahmen, keine klaren Verantwortlichkeiten, keinen Zeitplan und keine unabhängige Kontrolle“, bemängelt der Opferverband, der seit den 1990er-Jahren Betroffene sexueller Gewalt innerhalb der Kirche vertritt.
„Mensenrechten in de Kerk“ ist bis heute nicht offiziell von den kirchlichen Behörden anerkannt. Die Organisation, die vom ehemaligen Priester Rik Devillé gegründet wurde, betont, dass alle Opfer vor allem eine formelle Anerkennung des erlittenen Unrechts sowie eine faire finanzielle Entschädigung benötigten. Zudem fordert der Verband ein Ende des „selektiven Dialogs“ seitens der Kirche.
Der am Montag vorgestellte neue Kurs der Kirche sieht unter anderem eine Professionalisierung der Opferbetreuung vor. Betroffenen und ihren Angehörigen sollen Unterstützungsgruppen angeboten werden, ebenso wie eine spirituelle Begleitung für jene, die dies wünschen. Zu den angekündigten Maßnahmen zählt außerdem eine jährliche automatische Indexierung der Entschädigungszahlungen.
Zur besseren Prävention sexueller Gewalt sollen laut der Stiftung künftig alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter verpflichtende Schulungen zu Integrität, persönlichen Grenzen, traumasensibler Begleitung sowie zur Erkennung grenzüberschreitenden Verhaltens absolvieren. Katecheten und andere Erwachsene, die mit Minderjährigen arbeiten, müssen künftig zudem einen Strafregisterauszug vorlegen. (belga/rt)

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