Handelsstreit EU–China: Belgien profitiert von niedrigeren Schweinefleisch-Zöllen

<p>China senkt Zölle auf belgisches Schweinefleisch drastisch.</p>
China senkt Zölle auf belgisches Schweinefleisch drastisch. | Foto: picture alliance/dpa

-Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund anhaltender Handelsspannungen zwischen China und der Europäischen Union. Peking hatte zuvor angekündigt, ab Mittwoch für die Dauer von fünf Jahren sogenannte Anti-Dumping-Zölle auf europäisches Schweinefleisch und entsprechende Nebenprodukte zu erheben. Diese liegen – je nach Herkunftsland – zwischen 4,9 und 19,8 Prozent.

Bereits am 5. September hatte China vorläufige Strafzölle auf Schweinefleisch aus der EU eingeführt, während eine Untersuchung lief, die im Juni 2024 gestartet worden war. Auslöser war die Ankündigung der EU, zusätzliche Zölle auf in China produzierte Elektroautos zu prüfen.

Die damals verhängten vorläufigen Zölle lagen zwischen 15,6 und 62,4 Prozent. Belgien war besonders hart betroffen und musste den Höchstsatz von 62,4 Prozent hinnehmen, da das Land von den chinesischen Behörden als „nicht kooperativ“ eingestuft wurde – unter anderem wegen angeblich unzureichender Datenlieferungen. Der Branchenverband Febev hatte diese Entscheidung scharf kritisiert, zumal der chinesische Markt für belgisches Schweinefleisch von 2018 bis 2024 ohnehin wegen der Afrikanischen Schweinepest geschlossen gewesen war.

Mit dem nun festgelegten Satz von 9,8 Prozent sieht die Branche wieder Perspektiven. „Das ist ein deutlich niedrigerer Zoll als die bisherigen 62,4 Prozent“, betont Febev-Geschäftsführer Michael Gore. „Natürlich hätten wir uns einen Satz von null Prozent gewünscht, aber unter diesen Bedingungen können wir zumindest wieder arbeiten.“

Der chinesische Markt bleibt für die belgische Fleischindustrie – insbesondere für den flämischen Schweinefleischsektor – von großer wirtschaftlicher Bedeutung. In den ersten neun Monaten dieses Jahres exportierte Belgien Schweinefleisch und entsprechende Nebenprodukte im Wert von rund 20 Millionen Euro. Das unterstreiche die Rolle Chinas als wichtigen Absatzmarkt, so der Verband.

Febev kündigte an, das Dossier weiterhin aufmerksam zu verfolgen. Besonderes Augenmerk liege auf Verfahren, die es einzelnen Unternehmen ermöglichen könnten, noch niedrigere individuelle Zollsätze zu erhalten. Firmen mit laufenden Exportanträgen könnten andernfalls zunächst mit einem höheren Einstiegssatz von bis zu 19,8 Prozent belegt werden. (belga/calü)

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