In Interviews mit „Le Soir“ und „Sudinfo“ sagte die heutige Europaabgeordnete, die frankofonen Liberalen würden von „mehr Nuancierung und mehr Größe“ profitieren. Zugleich plädierte sie dafür, unterschiedlichen Persönlichkeiten im Parteienspektrum mehr Raum zu geben. Das entspreche der Vielfalt der Wähler und der Mitglieder. Implizit richtet sich die Kritik gegen das, was sie als „Ultra-Präsidentschaft“ von Parteichef Georges-Louis Bouchez bezeichnet.
Eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz weist die frühere Regierungschefin klar zurück. Die Präsidentschaft sei „ganz sicher kein Ziel“. Zugleich widerspricht sie entschieden dem Vorwurf, die MR rücke nach rechts außen. Eine Einordnung der Partei als extrem rechts sei „faktisch falsch“. Weder die Geschichte noch das Programm oder die Regierungsarbeit des MR würden einen solchen Vergleich rechtfertigen.
Die Wortmeldung der ehemaligen Regierungschefin fällt in eine Phase sinkender Umfragewerte. Laut dem am Freitag veröffentlichten „Grand Baromètre“ liegt die MR nach ihrem Wahlsieg 2024 in der Wallonie inzwischen nur noch auf Platz zwei, in Brüssel sogar auf Rang drei. Wilmès’ Appell liest sich damit auch als Warnung. Profil und Geschlossenheit seien wichtig. Tonlage und Pluralität aber ebenso. (belga/svm)

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