Für viele Fans war seine Stimme untrennbar mit den Roten Teufeln verbunden. Geboren wurde Roger Laboureur am 13. Juli 1935 in Andenne, wo er auch bis zuletzt lebte.
Seine Wurzeln lagen in der Region: Die Familie war eng mit der Eisenbahn verbunden. Sein Großvater, sein Vater und seine Brüder arbeiteten bei der SNCB. „Diese Bodenständigkeit sollte ihn ein Leben lang prägen“, schreibt die RTBF in einem Nachruf. Roger Laboureur war verheiratet, Vater von zwei Kindern und Großvater von vier Enkelkindern. Bevor er Journalist wurde, schlug er zunächst einen ganz anderen Weg ein. Nach seiner Schulzeit in Andenne, Namur und Lüttich absolvierte er ein Lehrerstudium und unterrichtete ab 1959 Französisch und Geschichte am Athénée d’Andenne. Parallel dazu folgten erste Schritte im Medienbereich. 1970 entschied er sich endgültig für den Journalismus. Sein Einstieg bei der RTBF gilt als kurios: In den 1960er-Jahren erschien Laboureur demnach ohne Termin im Büro von Marc Jeuniau, dem damaligen Chef der Sportredaktion, und bot schlicht seine Mitarbeit an. Der Mut zahlte sich aus. Zunächst im Radio, später im Fernsehen, wurde Laboureur zu einer festen Größe – vor allem im Fußball.
Bekannt wurde Laboureur durch seinen direkten Stil, seinen Humor und eine Spontaneität, die im Live-Kommentar ihresgleichen suchte. Legendär sind seine Torjubel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, allen voran das vielfach zitierte „Goal, goal, goal!“, das sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Acht Weltmeisterschaften kommentierte er insgesamt – meist mit Spielen der belgischen Auswahl im Mittelpunkt. (sc)

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