Anfang November waren die Sicherheitsdienste mit einer regelrechten Flut von Drohnenmeldungen konfrontiert worden. Unbekannte Fluggeräte wurden unter anderem über dem Flughafen Brüssel-Zaventem, dem Flughafen Lüttich sowie über den Militärstützpunkten Kleine-Brogel, Schaffen und Florennes gesichtet. Bereits im Oktober hatte es ähnliche Vorfälle über dem Truppenübungsplatz Elsenborn und der Kaserne in Marche-en-Famenne gegeben.
Van Strythem ging am Freitag erneut auf diese Ereignisse ein. Die Ermittlungen seien komplex und zeitaufwendig, betonte er. „Es gibt keine Wunderlösung“, sagte der Generalmajor. Einen konkreten Urheber könne man bislang nicht benennen. Auch zu möglichen russischen Hintermännern wollte sich Van Strythem nicht festlegen, räumte jedoch ein, dass die Vorgehensweise der Drohnenflüge in diese Richtung deute.
Für weitergehende Informationen verweisen Militär und Politik konsequent auf die Justiz. Doch auch dort bleiben die Auskünfte begrenzt. Derzeit laufen 25 Ermittlungsverfahren zu insgesamt 41 Vorfällen. Festnahmen gab es bislang keine – und mit jedem Tag sinkt die Hoffnung auf einen entscheidenden Durchbruch.
Parallel dazu investiert die Landesverteidigung verstärkt in neue Mittel zur Abwehr illegaler Drohnenflüge. So wurden kürzlich in Australien sogenannte Anti-Drohnen-Gewehre bestellt, während in Lettland Abfangdrohnen erworben wurden. Auch der Ausbau von Radar- und Antennensystemen gilt laut Van Strythem als unverzichtbar. Zudem soll das National Airspace Security Center (NASC) Anfang kommenden Jahres vollständig einsatzbereit sein. Ein konkreter Eröffnungstermin steht allerdings noch aus. (belga/calü)

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