Miguel De Bruycker, der das CCB seit vielen Jahren leitet, spricht in diesem Kontext von einem Wandel, der Belgien von einer reaktiven Haltung zu einem widerstandsfähigen Ansatz geführt habe. Ziel sei es nie gewesen, Bedrohungen hinterherzulaufen. Vielmehr gehe es darum, Angriffe frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Zu den wichtigsten Etappen zählen die Integration der Portale CERT.be und Safeonweb, der Aufbau des Frühwarnsystems BePhish sowie eines Anti-Phishing-Schilds. Gerade diese Instrumente hätten die Erkennung von Betrugsversuchen beschleunigt und die Reaktionsfähigkeit deutlich verbessert, heißt es weiter.
Unternehmen und öffentliche Einrichtungen nutzen heute Plattformen wie Safeonweb@Work oder das CyberFundamentals Framework, um ihre digitale Sicherheit zu überprüfen und gezielt auszubauen. Eine zentrale Rolle spielt demnach das CCB auch bei der Umsetzung europäischer Richtlinien. Dass der proaktive Ansatz wirke, zeige sich bei den großen Krisen der vergangenen Jahre. Die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen habe ein Modell hervorgebracht, das in Europa Beachtung finde. Für die stellvertretende Direktorin Phédra Clouner ist Cybersicherheit vorwiegend eine Frage der Zusammenarbeit und des Vertrauens.
Belgien gehört inzwischen zu den zehn Ländern mit den höchsten cybersicherheitspolitischen Standards weltweit. So hat das CCB verschiedene europäische Netzwerke mitgeleitet, an Regelwerken zur Cyber-Solidarität mitgewirkt und das Modell der sogenannten aktiven Cyberprotektion etabliert, das inzwischen EU-weit als gute Praxis gilt. Die Bedeutung dieser Arbeit lasse sich auch in Zahlen ablesen. Nahezu vier Fünftel der Bevölkerung kennen Safeonweb als nationale Anlaufstelle für digitale Sicherheit. Millionen Bürger würden jährlich verdächtige Inhalte melden. Der Anti-Phishing-Dienst leite Nutzer jedes Jahr hunderte Millionen Male von betrügerischen Seiten um. Die gezielten Warnhinweise des Frühwarnsystems würden regelmäßig kritische Sektoren erreichen. In internationalen Rankings erzielt Belgien Spitzenwerte, zählt das Zentrum.
Angesichts technologischer Sprünge bei Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing sowie zunehmender geopolitischer Spannungen plant das CCB, seinen Kurs fortzusetzen. Die Leitung formuliert das Ziel, Belgien zum sichersten digitalen Standort Europas zu machen. Innovation und Kooperation sollen dafür die Grundlage bilden. (red/svm)

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