Hintergrund ist die Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), den israelischen Beitrag zum Wettbewerb zuzulassen. Mehrere Länder hätten daraufhin angekündigt, nicht am Eurovision teilzunehmen, nachdem Israel als offizieller Kandidat bestätigt wurde.
Die RTBF wolle ihre Teilnahme in Wien in den kommenden Tagen endgültig bestätigen, räumte aber „eine kurze Reflexionsphase“ ein.
Kritik an „Plattform für Propaganda“
SOS Gaza wirft den Veranstaltern vor, Israel mit dem Eurovision eine „Plattform zum Weißwaschen von Kriegsverbrechen“ zu bieten und „Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern der israelischen Propaganda“ auszusetzen. Der Wettbewerb dürfe nicht instrumentalisiert werden, um politische Verantwortung zu verschleiern.
Kritik richtet sich auch gegen die EBU selbst: Diese erlaube Israel die Teilnahme, habe aber Russland unmittelbar nach Beginn der Invasion in der Ukraine ausgeschlossen.
Die Rundfunkunion rechtfertigte sich damit, der Wettbewerb sei „unpolitisch“, und argumentierte, der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN sei unabhängig vom Staat – anders als der russische Sender, der 2022 ausgeschlossen wurde. SOS Gaza bestreitet diese Darstellung. In der Berichterstattung zu Gaza folge KAN „willfährig dem Narrativ der Regierung“, heißt es in der Stellungnahme.
Breiter politischer Druck in Belgien
Der Boykott-Aufruf fällt in eine bereits aufgeheizte Debatte. Noch bevor die RTBF ihre Teilnahme signalisierte, hatten zahlreiche Parteien gefordert, den Wettbewerb zu meiden – darunter Ecolo, die PTB und die PS. Auch CD&V-Vorsitzender Sammy Mahdi sprach die Hoffnung aus, Belgien werde nicht teilnehmen. Noch weiter ging die Gewerkschaft CGSP Culture, die Künstlerinnen und Künstler dazu aufrief, sich nicht am Wettbewerb zu beteiligen. (belga/calü)

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