Israel kann am ESC teilnehmen – Sender kündigen Boykott an

<p>Israelische Flaggen beim ESC 2025 in Basel</p>
Israelische Flaggen beim ESC 2025 in Basel | Foto: afp

Die übertragenden Sender aus Spanien, Irland, Slowenien und den Niederlanden teilten diese Reaktion am Abend mit. Der spanische Sender RTVE ist einer der fünf wichtigsten Geldgeber der Veranstaltung ist. Avrotos aus den Niederlanden erklärte, die Entscheidung sei „das Ergebnis eines sorgfältigen Prozesses“. Die RTBF will in den nächsten Tagen entscheiden, ob Belgien am Eurovision Song Contest 2026 teilnimmt. Anlass ist die Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (UER), Israel auch 2026 zur Teilnahme zuzulassen. Die öffentlich-rechtlichen Sender RTBF und VRT, die abwechselnd den belgischen Kandidaten stellen, nehmen die Entscheidung der UER zur Kenntnis. Die VRT bedauert sie und betont, dass es im Kern nicht um Abstimmungsregeln gehe, sondern um die Werte und den gemeinschaftsstiftenden Charakter des Wettbewerbs. Sie fordert ein stärkeres Engagement der UER für Frieden und Menschenrechte und lässt offen, ob sie künftig weiter teilnehmen wird. Die flämischen Grünen(Groen) fordern, dass auch Belgien sich vom Contest zurückzieht und die VRT den Wettbewerb nicht ausstrahlt.

Die EBU und auch der ORF als gastgebender Sender hatten in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt, um einen Boykott zu verhindern. Eine der Kernbotschaften war, dass das größte Musikspektakel der Welt eine Veranstaltung von öffentlich-rechtlichen Sendern sei und nichts mit Politik zu tun haben sollte. Die EBU hatte zudem die Regeln für die Abstimmungen geändert. Das Publikum hat nun weniger Gewicht, die Rolle der Jury in den beiden Halbfinals und dem Finale wurde gestärkt. Das war eine Reaktion auf das Ergebnis des ESC 2025 in Basel. Dort hatte die israelische Sängerin Yuval Raphael durch extrem viele Stimmen aus dem Publikum Platz zwei belegt. Es wurde vermutet, dass dem Voting eine strategische Mobilisierung der Zuschauer und Zuschauerinnen zugunsten Israels zugrunde lag.

Das Finale des 70. ESC unter dem Motto „United by Music“ findet am 16. Mai 2026 in Wien statt. Karten können ab Januar von all denen erworben werden, die sich registriert haben. Der ORF hofft auf einen Rekord bei den teilnehmenden Sendern. Er sei sehr optimistisch, dass das erreicht werde, sagt ORF-Intendant Roland Weißmann jüngst. So werden laut EBU Länder wie Bulgarien, Rumänien und Moldau wieder dabei sein.

Nach dem Sieg des Countertenors JJ mit seinem Song „Wasted Love“ in Basel fällt Österreich 2026 die Rolle des Gastgebers zu. 2025 verfolgten die Veranstaltung rund 170 Millionen Menschen am TV, außerdem wurden mehr als zwei Milliarden Social-Media-Kontakte gezählt.

(dpa/gz/belga)

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