SINE-Förderung unter Druck: 3.500 Jobs in der Sozialwirtschaft gefährdet

<p>Dienstleistungschecks bleiben im Mittelpunkt der Debatte: Eine mögliche Änderung der SINE-Förderung könnte tausende Stellen in der Sozialwirtschaft betreffen.</p>
Dienstleistungschecks bleiben im Mittelpunkt der Debatte: Eine mögliche Änderung der SINE-Förderung könnte tausende Stellen in der Sozialwirtschaft betreffen. | Foto: belga

Das Programm „SINE“ wurde geschaffen, um besonders schwer vermittelbare Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Die Beschäftigung erfolgt im Bereich der sozialen Eingliederungswirtschaft – in Betrieben, die Langzeitarbeitslose und Risikogruppen mit vielfältigen Problemen in den Arbeitsprozess zurückführen. Unternehmen, die solche Personen einstellen, profitieren unter anderem von einem pauschalen Erlass der Arbeitgeberbeiträge sowie von einem finanziellen Zuschuss zu den Lohnkosten.

Die Föderation InitiativES, die unter anderem die Integrationsunternehmen vertritt, sieht in einer Abschaffung des Programms einen Angriff auf die verletzlichsten Arbeitskräfte: Menschen mit psychosozialen oder gesundheitlichen Problemen, Alleinerziehende, Personen mit geringer Qualifikation oder brüchigen Erwerbsbiografien. Zudem wäre die Maßnahme für die öffentlichen Haushalte kostspielig, da viele Betroffene auf das ÖSHZ zurückfallen würden. Ein „SINE“-Arbeitsplatz spare der Gesellschaft jährlich rund 20.000 Euro, hebt die Föderation hervor.

„Eine solche Einschränkung käme genau zu dem Zeitpunkt, an dem die föderale Arbeitsmarktreform Tausende Menschen zur Jobsuche zwingt – Personen, die dieselben fragilen Profile aufweisen wie die Beschäftigten im ‚SINE‘“, warnt InitiativES. Eine Streichung würde den Zugang dieser Gruppen zum Arbeitsmarkt erheblich erschweren.

Die Föderation zeigt sich offen für eine Modernisierung des Systems, lehnt eine Abschaffung jedoch entschieden ab.

Minister Jeholet verweist darauf, dass einige Unternehmen derzeit sowohl die „SINE“-Förderung als auch die Subvention über Dienstleistungschecks erhalten. Dieser doppelte Vorteil sei bemerkenswert, da die Finanzierung der Dienstleistungschecks eigentlich alle Kosten der Beschäftigten abdecken solle. Der Fall werde weiter geprüft. (belga/rt)

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