Der Protest ist eine landsweite Aktion, an der sich Einrichtungen aus Flandern, Brüssel und der Wallonie beteiligen. Ziel der Demonstration sei es, „die drastischen Einschnitte im Hochschulsektor sichtbar zu machen“.
Nach Angaben der Gewerkschaften drohen durch die Kürzungen mehr als 1.000 Stellen wegzufallen. Doch es gehe nicht nur um Jobs, warnen die Organisatoren: „Auch die Zukunft von Forschung und Lehre steht auf dem Spiel“, so die sozialistische Gewerkschaft FGTB.
Der Protestmarsch startet an der Vrije Universiteit Brussel (VUB) – kein Zufall, denn die flämische Universität sei von den Kürzungen besonders stark betroffen. Von dort ziehen die Teilnehmer zum Place du Luxembourg im Europaviertel. Initiiert wurde die Aktion von der Gruppe „Universités en colère“.
Die Professorin Maïka De Keyzer von Katholische Universität Löwen, die den Protest mitorganisiert, beschreibt das belgische Hochschulsystem als finanziell „ausgequetscht“: Nach mehreren Sparrunden stünden Universitäten und Hochschulen „mit dem Rücken zur Wand“. „Die Qualität des Unterrichts ist ernsthaft gefährdet“, warnt sie.
Unterstützung kommt auch von Studierendenseite. Der VUB-Studentenratsvorsitzende Leon Bauweraerts fürchtet, dass besonders sozial benachteiligte Studierende leiden werden: „Für viele wird die Zukunft unsicher – und jetzt steht sogar eine Erhöhung der Studiengebühren im Raum.“
Mit dem Protest wollen die Hochschulen den politischen Druck erhöhen – und deutlich machen, dass Sparen an Bildung eines der teuersten Experimente der Gesellschaft werden könnte. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren