Schon vor Spielbeginn waren die Vorzeichen alles andere als ideal. Nach mehreren Ausfällen beim Debüt von Coach Julien Mahé in Frankreich fielen nun auch noch Jonas Delalieux und Andy Van Vliet kurz vor der Partie in Mons verletzt aus. Beide zogen sich Knieblessuren zu, wodurch der neue Trainer binnen weniger Tage gleich zwei Akteure auf der Power-Forward-Position verlor – und damit zentrale Elemente seines Matchplans. „Wir mussten alles, was wir die Woche über vorbereitet hatten, über Bord werfen“, sagte Mahé später. „Trotzdem bin ich stolz, wie das Team zusammengeblieben ist.“

Die Anfangsphase verlief noch ausgeglichen (15:18), doch im zweiten Viertel geriet Belgien zunehmend ins Hintertreffen (21:27). Zur Halbzeit führte Ungarn komfortabel mit 45:36. Auch nach der Pause blieb das Bild unverändert: Die Gäste bestimmten das Tempo, Belgien lief hinterher (19:21 im dritten Viertel).
Erst im Schlussviertel fanden die Lions echte Antworten – und das mit Wucht. Angetrieben vom überragenden Retin Obasohan rollte ein Offensivsturm über die Ungarn hinweg (30:21). Belgien ging in der Crunchtime sogar in Führung, verschenkte sie jedoch durch Fehler in den Schlussminuten. „Wir haben mit Intensität und Stolz zurückgekämpft, aber am Ende bezahlen wir unsere mangelnde Erfahrung“, bilanzierte Mahé. „Diese Niederlage ist schwer zu verdauen.“
Bester Belgier war Obasohan, der mit 31 Punkten, 5 Assists und 4 Rebounds eine herausragende Leistung zeigte.
Schwierige Ausgangslage in der Qualifikation
Nach zwei Niederlagen steht Belgien bereits massiv unter Druck. Ende Februar und Anfang März warten zwei Partien gegen Finnland, ehe im Juli das Heimspiel gegen Frankreich und das Auswärtsspiel in Ungarn folgen. Finnland hatte zum Auftakt Frankreich mit 83:76 überrascht.

Aktuell führt Ungarn die Gruppe mit zwei Siegen an, dahinter Finnland und Frankreich (je 1/1). Belgien bleibt ohne Sieg Letzter.
Nur die ersten drei Teams erreichen die zweite Qualifikationsrunde – dort treffen sie auf die Top-Teams aus Gruppe H (Slowenien, Tschechien, Schweden, Estland). Die bisherigen Ergebnisse werden mitgenommen. Am Ende lösen wieder die ersten drei das WM-Ticket für Doha 2027.
Trotz der prekären Lage versucht Mahé, den Optimismus hochzuhalten: „Das ist ein schlechter Start, aber nichts ist vorbei. Wir haben fünf gute Viertel von acht gespielt – und darauf können wir aufbauen.“ (calü)

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