Der Abgeordnete Björn Klinkenberg (SP) stellt Fragen zu Aussagen der scheidenden TAO-Direktorin Sandra De Taeye

<p>Björn Klinkenberg (Bild) brachte die Aussagen der scheidenden TAO-Direktorin zur Sprache.</p>
Björn Klinkenberg (Bild) brachte die Aussagen der scheidenden TAO-Direktorin zur Sprache. | Foto: David Hagemann

Klinkenberg verwies auf einen Bericht in der Zeitung „L’Avenir“ über De Taeye und bezeichnete diesen als „bemerkenswert offenes Abschiedsinterview“. Darin habe De Taeye erklärt, dass der seit knapp einem Jahr amtierende Regierungskurs einen direkten Einfluss auf ihre Entscheidung gehabt habe, die TAO zu verlassen, und betont, dass sie nicht alle Ideen und Prioritäten der Politik im Tourismussektor unterstütze.

Das müsse in einer Phase strategischer Neuausrichtung ernst genommen werden: „Diese offenen Worte werfen Fragen auf, die angesichts der laufenden strategischen Neuausrichtung der TAO und der zentralen Bedeutung des Tourismus für Ostbelgien nicht unbeantwortet bleiben sollten“, so Björn Klinkenberg. Der besagte Artikel zeichnet vor allem De Taeyes beruflichen Werdegang und ihre Rolle bei der Modernisierung der TAO nach. Auf politische Hintergründe geht der Bericht lediglich in wenigen Sätzen ein. Mehrere Faktoren hätten zu ihrem Weggang geführt, sagte De Taeye. Auch der Kurs der neuen Regierung habe eine Rolle gespielt – ebenso kurz hält sie fest, dass sie nicht alle tourismuspolitischen Prioritäten teilt.

Er sehe die Aussagen „nicht als Kritik an der aktuellen Regierung“, antwortete Minister Freches. Zudem habe De Taeye „in einem anderen Interview mit dem TV-Sender Vedia auf mehrere Gründe“ für ihren Abschied hingewiesen. Im genannten Artikel beziehe sie sich vor allem auf die neue Tourismusstrategie, „mit der sie in einigen Punkten nicht einverstanden“ sei. Freches betonte zugleich: „Wichtig zu betonen ist und bleibt, dass Frau De Taeye allerdings in den Prozess der Strategieentwicklung dieser Tourismusstrategie von Beginn an eingebunden war.“ Bei Regierungsantritt im Juli 2024 sei die Strategie nahezu fertig gewesen. Hinzugefügt habe er lediglich die „Öffnung der touristischen Produktentwicklung und des Marketings für die Themen Sport und Kultur“. Die Strategie sei im März öffentlich präsentiert worden. Unstrittig sei zudem, dass die Tourismusagentur unter De Taeyes Leitung – unterstützt von Ex-Ministerin Isabelle Weykmans – „eine starke Infrastruktur und Vorzeigeprodukte im Wandern und Radfahren aufgebaut hat. (...) An dieser Leistung wird niemand zweifeln“, so Gregor Freches. Sie bilde ein solides Fundament, auf dem man weiter aufbauen wolle. Der Tourismusminister betonte erneut seinen Anspruch, Sport- und Kulturevents stärker touristisch zu nutzen und die Besonderheiten der DG hervorzuheben: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unter anderem im Kielwasser großer Sport und Kulturevents in der Region mehr Touristen anziehen und vor allem in der Region halten können. Und ich bin auch der Überzeugung, dass unsere besondere Geschichte und Kultur den Unterschied ausmachen zu anderen Regionen, in denen man ebenfalls gut wandern und radfahren kann“, sagte er.

Einen Änderungsbedarf sieht der Minister nicht: Die Tourismusstrategie „One Vision“ sei die richtige Antwort auf aktuelle Herausforderungen. Mit dem neuen Direktor Christoph Hendrich wolle man Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Markenpositionierung stärken. Zudem müsse das Team nach vielen Personalwechseln neu aufgestellt werden, damit Gemeinden und Tourismusbetriebe wieder voll profitieren. Ziel sei es, Zuständigkeiten zu bündeln, Reibungsverluste zu verringern und die Marke Ostbelgien auch intern stärker sichtbar zu machen. (sc)

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