„New York Times“ schaut nach Ostbelgien: Bürgerdialog sorgt für internationale Aufmerksamkeit

<p>Das Bild zeigt den aktuellen Bericht der Zeitung „New York Times“ über den Bürgerdialog in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die US-Tageszeitung stellt das „Ostbelgien-Modell“ als bemerkenswertes demokratisches Experiment vor, bei dem ausgeloste Bürger politische Empfehlungen erarbeiten.</p>
Das Bild zeigt den aktuellen Bericht der Zeitung „New York Times“ über den Bürgerdialog in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die US-Tageszeitung stellt das „Ostbelgien-Modell“ als bemerkenswertes demokratisches Experiment vor, bei dem ausgeloste Bürger politische Empfehlungen erarbeiten. | Foto: GrenzEcho

Das Blatt zeichnet darin das Bild einer Region, die nach Antworten auf eine Krise sucht, die weit über Ostbelgien hinausreicht – den Vertrauensverlust in die Demokratie. Reporterin Jenny Gross begleitete eine Sitzung der Bürgerversammlung in Eupen. Die New York Times stellt das „Ostbelgien-Modell“ dabei in einen globalen Kontext.

Während populistische und rechtsextreme Parteien in vielen Demokratien Zulauf erhalten, versucht die DG, Vertrauen zurückzugewinnen, indem sie Bürger bewusst stärker einbindet. Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) wird mit dem Satz zitiert: „Wenn wir wollen, dass Bürger mehr Vertrauen in Politiker haben, müssen auch Politiker mehr Vertrauen in die Bürger haben.“ Dass die Bürgerversammlungen Wirkung entfalten können, unterstreicht das Beispiel, das die Zeitung besonders hervorhebt: das Handyverbot an Mittel- und Sekundarschulen. Mehrere Teilnehmer berichten, dass sie durch ihre Teilnahme verstanden hätten, wie Gesetzgebung funktioniert und warum Veränderungen Zeit brauchen. Manche wurden dadurch politisch aktiver, manche kandidierten sogar selbst. Die Zeitung betont zugleich, dass das Modell naturgemäß nur in den Bereichen wirken kann, für die die DG politisch zuständig ist: etwa Bildung, Wohnen und Sozialpolitik. Bemerkenswert ist der internationale Vergleich: Ostbelgien reiht sich ein in demokratische Experimente in Seattle, Madrid, Toronto und Irland. Doch die DG ist die einzige Region weltweit, die einen permanenten, institutionellen Bürgerdialog eingerichtet hat. (sc)

Hier der Link zum Zeitungsartikel: https://h7.cl/1faWd

Kommentare

  • Dass die Menschen mehr miteinander als über einander reden, bringt die Demokratie und das Gemeinwohl voran, was man der DG nur hoch anrechnen kann. In Zeiten, in denen Möchtegern-Diktatoren in weißen Häusern nur "Feinde" anstatt Menschen und andere Meinungen sehen, ist diese Art des Miteinander der richtige Weg.

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