Gefängnis von Dendermonde am Limit – Platz und Personal fehlen
Personalmangel
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Seit der Eröffnung der Haftanstalt in Dendermonde im Jahr 2023 haben bereits 104 Bedienstete ihren Dienst quittiert. Das teilte am Montag die Gewerkschaft CGSP mit, die die Situation als „äußerst besorgniserregend“ einstuft und dringend Maßnahmen fordert.
Im Gefängnis von Dendermonde herrscht akuter Platz- und Personalmangel – inzwischen schlafen Dutzende Häftlinge am Boden.
| Foto: belga
Die Gefängnisleitung sieht sich mit einem chronischen Personalmangel konfrontiert – aktuell stehen lediglich 24 Vollzeitkräfte zur Verfügung. Aus Sicht der Gewerkschaft werden neue Mitarbeiter, die oft weniger als zwei Jahre Erfahrung haben, zu früh und ohne ausreichende Schulung in heikle Bereiche versetzt – etwa in den Pflege- oder Sicherheitsdienst.
Das führe zu Überlastung, wachsender Frustration und Sicherheitsrisiken – sowohl für das Personal als auch für die Inhaftierten. Gewerkschaften und Gefängnisleitung haben deshalb Alarm geschlagen und sich an die regionale Direktion, den Bürgermeister sowie die Polizeiführung gewandt. Die bisherigen Maßnahmen seien unzureichend, heißt es.
Derzeit sitzen 543 Häftlinge in der Anstalt – vorgesehen sind lediglich 488 Plätze. Um den Mangel zu überbrücken, wurden Matratzen zusätzlich auf den Boden gelegt: 56 Insassen schlafen inzwischen auf dem Boden. Laut den Verfassern eines Brandbriefs sei dies „die letzte verfügbare Möglichkeit“ gewesen.
Da auch diese Notlösung ausgeschöpft ist, müssen Neuankömmlinge in Einzelzellen ohne Ausstattung untergebracht werden – ohne Tisch, ohne Stuhl, ohne Kühlschrank. Sie bleiben jedoch dem normalen Haftregime unterworfen und haben Anspruch auf Besuch, Aktivitäten und Hofgang.
Weitere Unterbringungsmöglichkeiten gebe es nicht mehr, warnt CGSP. Die Lage drohe „unhaltbar und gefährlich“ zu werden. (belga/rt)
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