Belgien stellt erste Plattform gegen Gewalt an Frauen vor

<p>Die neue Plattform stop-violences-femmes.be bündelt erstmals sämtliche Informationen, Hilfsangebote und Fakten zum Thema Gewalt gegen Frauen im französischsprachigen Belgien.</p>
Die neue Plattform stop-violences-femmes.be bündelt erstmals sämtliche Informationen, Hilfsangebote und Fakten zum Thema Gewalt gegen Frauen im französischsprachigen Belgien. | Screenshot: GrenzEcho

Die Seite führt die verschiedenen Formen von Gewalt auf – darunter häusliche, sexuelle und wirtschaftliche Gewalt, Cybergewalt, genitale Verstümmelung, Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre sowie gynäkologische und geburtshilfliche Gewalt.

Jede Gewaltform wird ausführlich erklärt. Die Plattform nennt konkrete Beispiele und beleuchtet die Strategien der Rechtfertigung, die Täter oft anwenden. Zudem finden sich praktische Hinweise – etwa, an wen man sich anvertrauen kann – sowie juristische Informationen, darunter die Frage: „Verliert man seine Rechte, wenn man das eigene Zuhause zur Flucht vor Gewalt verlässt?“

Die Website listet außerdem beratende Dienste und spezialisierte Anlaufstellen auf. Ergänzt wird dies durch eine Datenbank mit Studien, Statistiken und Kampagnen zum Thema Gewalt gegen Frauen.

Die Plattform richtet sich jedoch nicht nur an Betroffene. Im Bereich „Was tun?“ erhalten auch Zeugen und Täter Hinweise. Ein eigener Abschnitt wendet sich an Fachkräfte.

Bislang gab es im frankophonen Belgien keine zentrale Plattform, die alle Formen von Gewalt gegenüber Frauen aufgriff. Dabei war laut WHO fast jede fünfte Frau im Land bereits von Gewalt durch einen Partner betroffen.

Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, können die Nummer 0800.30.030 anrufen oder über den Chat von Écoute Violences Conjugales Kontakt aufnehmen, um Hilfe und gegebenenfalls einen Platz in einer Schutzunterkunft – mit oder ohne Kinder – zu erhalten. (belga/rt)

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