Laut Angaben der Bahn verkehrt aktuell rund jeder zweite IC-Zug zwischen den großen Städten. Im S- und L-Verkehr – also im Regional- und Vorortverkehr – ist etwa ein Drittel der üblichen Verbindungen unterwegs. Verstärkerzüge in der Hauptverkehrszeit (P-Züge) sind hingegen kaum im Einsatz.
Auch am Dienstag dürfte sich an der Situation wenig ändern. SNCB und Infrabel, der Betreiber der Eisenbahninfrastruktur, gehen erneut von einem Mindestangebot aus – basierend auf dem Personal, das seine Teilnahme am Streik vorab bestätigt hat.
Allerdings bedeutet ein ähnliches Zugangebot nicht automatisch, dass die gleichen Strecken bedient werden. Darauf wies SNCB-Sprecher Dimitri Temmerman am Montag ausdrücklich hin. „Wir empfehlen unseren Fahrgästen dringend, jeden Tag und für jede einzelne Fahrt den Online-Reiseplaner zu prüfen“, betonte er.
Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein gemeinsamer Aufruf der drei großen Gewerkschaften CSC, FGTB und CGSLB. Sie protestieren gegen verschiedene sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen der föderalen Regierung. Die Forderungen reichen von qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen über faire Renten bis hin zu Arbeitsplatzsicherheit. Besonders scharf kritisieren die Gewerkschaften die geplante Rentenreform, die Ausweitung der Flexi-Jobs und die Absenkung der Nachtarbeitszuschläge.
Nach dem Streik im öffentlichen Nahverkehr am Montag werden am Dienstag alle öffentlichen Dienste in den Ausstand treten. Am Mittwoch folgt ein landesweiter interprofessioneller Streik, der große Teile des Landes betreffen dürfte. (belga/calü)

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