Fragen nach möglichen Veränderungen in seiner Startelf hatte Bruno Pinheiro vor der bislang schwersten Aufgabe der Saison noch weggelächelt – um dann in Beveren mehr als die halbe Mannschaft auszutauschen. Fast drei Wochen nach dem teils desolaten Auftritt gegen die U23 von AA Gent (1:2-Niederlage) rotierte der Portugiese am Freitagabend auf sechs Positionen: Hiller stand wieder im Tor, auch Youndje, Plastun, Keita, Delaurier-Chaubet und Angreifer Mondy Prunier spielten im Freethielstadion von Anfang an.
Gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter mit dem Ameler Christian Brüls in seiner Startelf sorgte Eupen für relativ ausgeglichene Anfangsminuten. Nach einem Konter über Nuhu gab der erst zum zweiten Mal von Beginn an spielende Prunier den ersten Torschuss des Abends ab (3.), auf der Gegenseite setzte Brüls einen Freistoß von der Strafraumgrenze aus ins Außennetz des Eupener Tores (5.).
Dass sich Marco Hiller nach einer Viertelstunde mit Übungen warmhalten und gegen die eisige Kälte schützen musste, passte zum Spielverlauf: Beveren übernahm zwar immer mehr die Kontrolle, blieb dabei aber weitestgehend ungefährlich. Bei einem der zunächst seltenen Ausflüge von Eupen in den gegnerischen Strafraum verpasste Möhwald den Ball nach 17 Minuten knapp. Kurz darauf klärte Reus eine gute Hereingabe von Linksverteidiger Youndje vor Prunier (21.).

Auf der Pressetribüne schüttelte Bob Peeters im Anschluss immer wieder den Kopf. Ganz zufrieden wirkte der ehemalige Profi und Trainer – inzwischen Sportdirektor von Beveren – nicht mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Dies änderte sich jedoch noch vor der Pause: Nach einem pomadigen Klärungsversuch von Möhwald und Keita vor dem eigenen Sechzehner kam Van Hecke von links zur Flanke, ehe sich Slegers am ersten Pfosten gegen Barès behaupten und zum 1:0 einköpfen konnte (37.).

Dem nach einer Antwort auf den Gegentreffer suchenden Eupen fehlte im letzten Drittel die letzte Konsequenz. Häufig war deshalb spätestens am Strafraum Endstation und Reus im Tor von Beveren nur selten gefordert. Schlecht spielten die Gäste aus Ostbelgien nicht, Beveren war jedoch die tonangebende Mannschaft und führte insgesamt verdient. Kurz vor dem Ende des ersten Durchgangs lenkte Hiller einen wuchtigen Distanzschuss von Slegers über die Latte.
In Richtung Gästetor lief das Spiel auch in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel. Van Genechten klärte im Strafraum unglücklich vor die Füße von Abrahams, der rechts vorbeischoss (49.). Für das erste Ausrufezeichen der „Pandas“ sorgte Barès gut fünf Minuten später mit einem Schuss über das Tor – im nächsten Anlauf durfte dann Delaurier-Chaubet jubeln. Nach bärenstarker Vorarbeit von Youndje ließ er zwei Gegenspieler auflaufen und schob aus wenigen Metern zum 1:1 ein. Beveren drohte der erste Punktverlust der Saison im eigenen Stadion.
„Wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen“, hatte Trainer Pinheiro gefordert – seine Mannschaft setzte das nach dem 1:1 auf dem Platz um. Die größeren Spielanteile blieben dabei aber bei Beveren, das mit dem näher rückenden Schlusspfiff den Druck auf Eupen und den nicht immer sicher wirkenden Hiller erhöhte. Gut zehn Minuten vor Schluss warf sich Van Genechten in einen Abschluss von Margaritha und verteilte so wohl den erneuten Rückstand der AS, bei der inzwischen auch Busquets, Caliskan, Müller, Bitumazala und Atteri auf dem Platz standen.

Ohne zu eigenen Torchancen zu kommen, kämpfte Eupen im Anschluss mit allen Mitteln um den Punkt. Was das betrifft, waren die „Pandas“ im Vergleich zu vielen Auftritten kaum wiederzuerkennen. In den letzten Minuten sowie der vierminütigen Nachspielzeit warf Beveren alles nach vorne, Eupen lieferte sich eine echte Abwehrschlacht – mit Erfolg. Es blieb bei 1:1, das Eupen mit Sicherheit als gutes Resultat werten darf.

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