Erschreckende Zahlen: Jede fünfte Belgierin erlebt Gewalt durch den eigenen Partner

<p>WHO-Studie: 17,2 % der Belgierinnen erleben Partnergewalt.</p>
WHO-Studie: 17,2 % der Belgierinnen erleben Partnergewalt. | Foto: picture alliance/dpa

Der Bericht ist Teil einer umfangreichen Untersuchung, die 53 Länder der WHO-Region Europa umfasst. Auf kontinentaler Ebene zeigt sich ein noch düsteres Bild: 28,9 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner erlebt. Hochgerechnet entspricht das rund 123 Millionen Frauen und Mädchen – so viele Menschen wie die gesamte Bevölkerung Griechenlands, Ungarns, Irlands, Portugals und Schwedens zusammen.

Die WHO betont, dass Gewalt in intimen Beziehungen – ob körperlich, sexuell oder psychologisch – nach wie vor zu den weltweit verbreitetsten Gewaltformen gegen Frauen zählt. Gleichzeitig weist die Organisation darauf hin, dass der tatsächliche Umfang noch größer sein dürfte. Viele Fälle würden weiterhin nicht gemeldet, was die offiziellen Zahlen deutlich unterschätzt erscheinen lässt.

Die im Bericht veröffentlichten Schätzwerte stützen sich auf eine Analyse verfügbarer Daten aus den Jahren 2000 bis 2023.

Positiv hebt die WHO den Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt (NAP) hervor, der 2021 unter der damaligen Föderalregierung um Premier Alexander De Croo (Open VLD) verabschiedet wurde. Er garantiert Betroffenen von häuslicher und innerfamiliärer Gewalt Zugang zu spezialisierter psychologischer Betreuung und posttraumatischer Unterstützung – ein wichtiger Schritt, um Opfer nicht allein zu lassen. (belga/calü)

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