Missbrauch in der Kirche: Luc Terlinden reagiert auf neue Impulse der Opfer

<p>Luc Terlinden (Bildmitte) bei einer Messe in der Kathedrale St.Michael und St.Gudula in Brüssel</p>
Luc Terlinden (Bildmitte) bei einer Messe in der Kathedrale St.Michael und St.Gudula in Brüssel | Foto: belga

Terlinden betonte, dass das Treffen bereits geplant gewesen sei, bevor die Betroffenen ihre Reise nach Rom angetreten hatten. „Es ging darum, ihre Erfahrungen anzuhören und zu verstehen. Zugleich verfolge ich aufmerksam, welche Schritte seitens des Vatikans folgen werden“, sagte der Primas der katholischen Kirche von Belgien.

Während ihres Austauschs mit dem Heiligen Stuhl hatten die Opfer drei zentrale Anliegen angesprochen – Themen, die auch im Gespräch mit den Bischöfen wieder zur Sprache kamen. Besonders eindrücklich sei für Terlinden der Begriff „Spiritizid“ gewesen: ein Ausdruck, der nach Ansicht der Betroffenen verdeutlicht, dass sexueller Missbrauch nicht nur körperliche und seelische, sondern auch tiefgreifende spirituelle Schäden verursache. „Ich denke intensiv darüber nach, wie dieser Begriff im strategischen Plan der Stiftung Dignity verankert werden kann“, erklärte der 57-Jährige.

Mit seinen Mitbrüdern in der Bischofskonferenz und den Verantwortlichen der Priesterausbildung will Terlinden zudem prüfen, wie die Auswahl und Formung angehender Priester weiter verbessert werden kann. Auch beim Thema Entschädigung und therapeutische Unterstützung sieht er politischen Handlungsbedarf. „Die Opfer brauchen verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen für ihre Betreuung. Ich erneuere deshalb meinen dringenden Appell an die Regierung, eine dauerhafte gesetzliche Grundlage zu schaffen“, so Terlinden.

Das wichtigste Anliegen bleibe jedoch, dass die Betroffenen sich ernst genommen fühlen. „Ich möchte, dass die Opfer hören und spüren, dass sie gehört werden. Ihr Kampf ist auch mein Kampf“, betonte der Erzbischof.

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