Wie die Organisation berichtet, kamen 28 dieser 150 Babys direkt von der Entbindungsstation in die Obdachlosenunterkunft – ohne jemals ein eigenes Zuhause gesehen zu haben. Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen ein ähnliches Bild: Zwischen Juni 2024 und Mai 2025 wurden 243 Babys unter zwölf Monaten aufgenommen.
Insgesamt gehen bei Samusocial rund ein Viertel der etwa 1.100 verfügbaren Betten an Minderjährige – ein Anteil, der Jahr für Jahr steigt.
Nachfrage steigt – Kapazitäten bleiben zu gering
Der Druck auf die größte Obdachlosenorganisation der Hauptstadt wächst stetig. Seit September musste Samusocial bereits 2.161 Menschen abweisen, darunter 613 Familien. Die Gründe sind immer dieselben: Überbelegung, zu wenig Ressourcen, kein Platz für neue Notfälle.
Samusocial-Direktorin Sarah de Liamchine findet deutliche Worte. „In einem Wohlfahrtsstaat können wir doch nicht akzeptieren, dass Mütter mit kleinen Kindern und sogar Babys auf der Straße landen“, sagt sie. Mit der neuen Kampagne hofft die Organisation, politischen Druck aufzubauen und die Problematik stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. (belga/calü)

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