Verkehrsunfälle hinterlassen tiefe Spuren – oft über Jahre hinweg
Mobilität
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Fast sechs von zehn Menschen, die in Belgien in einen Verkehrsunfall verwickelt waren, entwickeln kurz nach dem Ereignis Symptome einer Depression, eines Angstzustands oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das zeigt eine Studie des belgischen Verkehrssicherheitsinstituts Vias, die am Sonntag zum Weltgedenktag für die Opfer des Straßenverkehrs veröffentlicht wurde.
Viele Menschen leiden nach einem Verkehrsunfall unter Depression, Angst oder posttraumatischem Stress.
| Illustrationsbild: picture alliance/dpa
Laut der Untersuchung leiden 55 Prozent der Unfallbeteiligten unter Depressionen, 58 Prozent zeigen Anzeichen von Angststörungen oder posttraumatischem Stress. 67 Prozent gaben an, kurz nach dem Unfall mehrere dieser Beschwerden gleichzeitig erlebt zu haben.
Die psychischen Folgen bleiben oft langfristig bestehen: Mehr als zehn Jahre später berichten 41 Prozent der Betroffenen, weiterhin unter depressiven Symptomen zu leiden.
Darüber hinaus verändert ein Unfall häufig das Mobilitätsverhalten. 38 Prozent der Unfallopfer meiden bestimmte Orte oder sind seltener unterwegs. Drei von zehn nutzen bestimmte Verkehrsmittel – vor allem Auto oder Fahrrad – deutlich weniger.
Auch Angehörige sind stark belastet. Laut Vias zeigen 94 Prozent von ihnen depressive Symptome, 91 Prozent leiden unter Angststörungen und 89 Prozent unter posttraumatischem Stress. 85 Prozent fühlen sich noch Jahre nach dem Unfall ohnmächtig oder wütend. Sieben von zehn entwickeln eine anhaltende Angst vor dem Fahren oder dem Straßenverkehr. (belga/rt)
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