Antibiotikaeinsatz sinkt nur langsam – Krankenhäuser mit deutlichem Anstieg

<p>Trotz Rückgangs bleibt der Antibiotikaverbrauch in Belgien zu hoch.</p>
Trotz Rückgangs bleibt der Antibiotikaverbrauch in Belgien zu hoch. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Nach Einschätzung von Sciensano sind gezielte Maßnahmen notwendig, um den Einsatz solcher Medikamente weiter zu senken und eine verantwortungsvolle Verschreibung zu fördern – insbesondere bei Breitbandantibiotika. Ein übermäßiger oder unspezifischer Gebrauch könne die Resistenzbildung beschleunigen, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit eingestuft wird.

Besondere Aufmerksamkeit erfordere laut dem Bericht der Antibiotikaverbrauch in Krankenhäusern. Dort ist der Einsatz in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent gestiegen, was unter anderem mit einem höheren Bedarf an intensiven Behandlungen bei kürzeren Aufenthalten zusammenhänge.

Im ambulanten Bereich hingegen sank die Nutzung von Antibiotika im Untersuchungszeitraum um 14 Prozent. Rund 80 Prozent der Verschreibungen erfolgen jährlich durch Allgemeinmediziner und Zahnärzte.

Im Fokus der belgischen Ziele zur Reduzierung des Antibiotikaverbrauchs im ambulanten Bereich stehen zwei Wirkstoffgruppen. Der Einsatz von Fluorchinolonen – Breitbandantibiotika, die schweren bakteriellen Infektionen vorbehalten sind – soll auf fünf Prozent des Gesamtverbrauchs sinken. Ihr Anteil ist zwar deutlich zurückgegangen (von 11,4 auf 6,5 Prozent), liegt aber weiterhin über dem angestrebten Wert.

Die Anwendung von reiner Amoxicillin – einem eng wirkenden Antibiotikum, das etwa bei Atemwegs- und Harnwegsinfektionen empfohlen wird, um Resistenzen zu begrenzen – ist leicht gestiegen. Ihr Anteil macht jedoch nur rund die Hälfte aller amoxicillinhaltigen Behandlungen aus, weit entfernt vom nationalen Ziel von 80 Prozent. (belga/rt)

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