Überraschung in Aachen: Großkino bekommt neuen Betreiber

<p>Das Aachener Kino bleibt in neuer Form erhalten.</p>
Das Aachener Kino bleibt in neuer Form erhalten. | Foto: Archiv

Statt der Alsdorfer Betreiberfamilie Stürtz wird ab Januar 2027 die Cinemaxx-Gruppe das Haus übernehmen. Das Unternehmen gehört zur britischen Gruppe Vue Entertainment und betreibt bundesweit zahlreiche Kinos.



Die Entscheidung kommt nur wenige Monate, nachdem Sebastian Stürtz den bestehenden Mietvertrag gekündigt hatte. Wie die Aachener Zeitung erinnert, hatte Stürtz die wirtschaftlichen Bedingungen am Standort als nicht mehr tragfähig bezeichnet. Gespräche über eine angepasste Miethöhe mit Eigentümer Maximilian Overdiek aus Düsseldorf waren zuvor ohne Ergebnis geblieben. Die Familie Stürtz prägte den Aachener Kinomarkt über viele Jahre, zunächst im Kapuziner-Karree unter dem Label Cineplex und später mit weiteren Häusern in der Stadt. Overdiek hatte der Stadtverwaltung und der Politik noch vor einiger Zeit ganz andere Pläne vorgestellt, wie das Blatt weiter ausführt. Statt eines Kinobetriebs war zeitweise ein kompletter Neubau im Gespräch, in dem unter anderem zahlreiche kleine Wohneinheiten entstehen sollten. Diese Idee stieß jedoch auf Zurückhaltung. Auf Nachfrage erklärte der Eigentümer nun, der deutliche Wunsch aus Bürgerschaft und Politik nach einem weiterhin großen Kinoangebot habe ihn zum Umdenken bewogen. Die Vereinbarung mit Cinemaxx sei langfristig angelegt und aus seiner Sicht eine wichtige Investition in das kulturelle Leben der Stadt. Cinemaxx kündigt laut Presseinformation mehrere Modernisierungsmaßnahmen an. Dazu gehören eine neue Projektionsanlage mit Lasertechnik sowie ein erweitertes gastronomisches Konzept. Der Konzern sieht in Aachen einen Standort mit hoher Dynamik und spricht von einem deutlichen Impuls für die lokale Kinolandschaft.

Für die bisherigen Betreiber kam die Nachricht offenbar vollkommen unerwartet. Sebastian Stürtz sagte der „Aachener Zeitung“, er habe erst kurz vor Veröffentlichung der Mitteilung davon erfahren. Zu den Folgen für eigene Zukunftspläne äußerte er sich zunächst nicht. Die Familie hatte ursprünglich vor, an anderer Stelle in der Innenstadt ein kleineres Multiplex neu aufzubauen. Als mögliche Option galt ein Gebäude im Umfeld des ehemaligen Saturn-Marktes. Ob diese Überlegungen weiterverfolgt werden, wird Stürtz erst nach interner Beratung entscheiden.

Mit dem Einstieg eines großen Kinokonzerns bleibt der Posthof also doch ein zentraler Filmstandort in Aachen, wenn auch mit neuem Konzept und ohne die Betreiberfamilie, die das Haus viele Jahre geprägt hat. (mo)

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