„Cold Case“: Neue DNA-Analyse bringt 92 Hinweise im Mordfall Van Kerkhoven

<p>Tania Van Kerkhoven verschwand in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1993.</p>
Tania Van Kerkhoven verschwand in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1993. | Foto: Polizei

Die Ermittler hatten den „Cold Case“ Anfang Herbst mit neuer Energie aufgerollt. Grundlage war eine DNA-Analyse, die den Mord an der damals 17-jährigen Schülerin aus Edegem mit zwei schweren Vergewaltigungen in Antwerpen aus derselben Zeit in Verbindung brachte.

Im Rahmen der neuen Untersuchung veröffentlichte die Polizei einen öffentlichen Fahndungsaufruf, der sich an mögliche Zeugen richtet. Gesucht werden Personen, die sich regelmäßig in der Nähe der Tatorte aufgehalten haben und in jener Zeit Verdächtiges beobachtet oder Personen wiedererkennen könnten. Zudem wurde eine Phantombild-Zeichnung eines Mannes veröffentlicht, den eines der Vergewaltigungsopfer damals in einer Antwerpener Straßenbahn gesehen haben will.

Foto: Polizei

Die Staatsanwaltschaft kündigte außerdem an, in den kommenden Wochen ein erweitertes DNA-Screening durchzuführen. Dabei sollen mehrere Männer gezielt gebeten werden, Speichelproben für einen Abgleich abzugeben.

Der Fall hatte Belgien in den 1990er Jahren erschüttert: Tania Van Kerkhoven verschwand in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1993, nachdem sie eine Feier in Wommelgem besucht und ihren Freund in Deurne abgesetzt hatte. Sie machte sich anschließend mit ihrem Mofa auf den Heimweg nach Edegem – kam dort jedoch nie an. Ihr Mofa wurde später ordnungsgemäß geparkt in Deurne gefunden, der Schlüssel steckte noch in ihrer Jackentasche. Am nächsten Morgen entdeckte ein Spaziergänger die Leiche der Jugendlichen im Brilschanspark in Berchem, rund zehn Kilometer entfernt. Das Opfer war mehrfach mit einem Messer verletzt worden.

Die beiden mutmaßlich verbundenen Vergewaltigungen ereigneten sich am 30. Oktober 1992 im Vlietbos in Antwerpen und am 6. Januar 1993 unter einem Viadukt am linken Scheldeufer (Linkeroever). Die Ermittler gehen davon aus, dass derselbe Täter für alle drei Taten verantwortlich sein könnte. (belga/calü)

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