„Im Moment scheint Belgien Ziel einer erhöhten hybriden Bedrohung zu sein“, sagte Vansina. Diese Gefahr beschränke sich jedoch nicht allein auf Belgien, sondern betreffe ganz Europa. „Wir sehen Aktivitäten, die stark darauf hindeuten, dass sie von Russland gesteuert werden – etwa Sabotageakte an Unterseekabeln, Cyberattacken oder gezielte Desinformationskampagnen.“
Der Generalstabschef sprach auch über die „Strategische Vision 2025“, die die langfristige Ausrichtung und Investitionen der belgischen Streitkräfte beschreibt. Vansina betonte, die aktuelle Strategie stärke den seit 2016 laufenden Wiederaufbau der Armee und setze die Arbeit der Vorgängerregierung konsequent fort.
Ein großer Teil seiner Ausführungen galt dem Krieg in der Ukraine, der die militärische Landschaft nachhaltig verändert habe. Besonders die massive Verbreitung von Drohnen habe eine neue technologische Realität geschaffen. „Bis 2025 wird die Ukraine rund vier Millionen Drohnen im Kampf eingesetzt haben“, erklärte Vansina. Das sei erst der Anfang einer Entwicklung, die zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägt werde. Europa begegne dieser Tendenz noch mit großer Zurückhaltung – auch aus ethischen Gründen.
Die jüngsten Drohnenvorfälle in Belgien hätten jedoch gezeigt, dass diese neuen Technologien längst vor der eigenen Haustür angekommen seien. Vansina rief dazu auf, wachsam zu bleiben und die Verteidigungsfähigkeit des Landes weiter zu stärken. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren