Belgien spielte im Ersten Weltkrieg (1914–1918) auf unfreiwillige Weise eine Schlüsselrolle. Der deutsche Überfall am 4. August 1914 führte zu internationaler Empörung und machte das Land zu einem Symbol des Widerstands.
Das Menentor in Ypern wurde im Juli 2025 nach umfassender Restaurierung feierlich wiedereröffnet. Es ist ein zentraler Ort des Gedenkens an die Opfer des Ersten Weltkriegs. Hier ein Video zur Zeremonie, an der seinerzeit auch Prinzessin Claire und die britische Prinzessin Anne teilnahmen.
Bereits in den ersten Kriegswochen wurden ganze Ortschaften zerstört, darunter Löwen und Dinant. Der Westhoek um Ypern wurde zum Inbegriff des Stellungskrieges: Hier tobten einige der verlustreichsten Schlachten – Ypern wurde nahezu vollständig zerstört. Noch heute zeugen Krater, Bunkerreste und Soldatenfriedhöfe von den Schrecken jener Zeit. Die Region um Diksmuide, Passendale, Zonnebeke und Langemark ist unter dem Namen „Flanders Fields“ weltweit bekannt. Dort liegen Zehntausende alliierte und deutsche Soldaten begraben, ein Sinnbild für das Leid und den Wunsch nach Frieden.

Am Montag, dem Vorabend des Gedenktages, wurde dieser Wunsch besonders greifbar: In De Panne erhielt ein unbekannter belgischer Soldat, dessen Überreste im Vorjahr bei Arbeiten an der Yser entdeckt worden waren, ein feierliches Begräbnis mit militärischen Ehren. Nach einer Gedenkzeremonie in Diksmuide und einem Fackelzug entlang des Flusses wurde der Gefallene auf dem größten belgischen Soldatenfriedhof des Ersten Weltkriegs in De Panne beigesetzt – in Anwesenheit von Vertretern des Königshauses, der Armee und rund 200 Bürgerinnen und Bürgern. Bis heute ertönt in Ypern jeden Abend um 20 Uhr unter dem Menentor die „Last Post“ – ein Ritual, das seit 1928 fast ununterbrochen fortgeführt wird. In Belgien nennt man den Ersten Weltkrieg noch immer schlicht den „Großen Krieg“. Das ist ein Ausdruck des tiefen Einschnitts, den er in der Geschichte des Landes hinterlassen hat. (sc)

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