Streik in den Schulen in der Französischen Gemeinschaft

<p>Aktion der Lehrergewerkschaften in Lüttich Ende Oktober. Am Montag gibt es wieder Proteste im Süden des Landes.</p>
Aktion der Lehrergewerkschaften in Lüttich Ende Oktober. Am Montag gibt es wieder Proteste im Süden des Landes. | Foto: belga

„Dieser Tag ist kein freier Tag für die Beschäftigten im Bildungswesen, sondern ein Tag der Mobilisierung gegen die Sparmaßnahmen, die Schüler, Studierende und Familien hart treffen und die ohnehin schon stark belasteten Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern“, erklärten die Lehrergewerkschaften in einer gemeinsamen Stellungnahmen.

Videoaufnahme einer Protestaktion in Lüttich am 31. Oktober 2025: Lehrkräfte organisierten seinerzeit einen „Ball des Schreckens“, um gegen die geplanten Bildungsreformen und Kürzungen bei der Schulfinanzierung in der Französoschen Gemeinschaft zu protestieren.

In allen Teilen der Französischen Gemeinschaft sind zahlreiche Aktionen geplant. Neben Streikposten vor Schulen und Flugblattverteilungen ist für Montagmorgen auf der Place Surlet de Chokier in Brüssel eine Kranzniederlegung „zu Ehren verstorbener Kolleginnen und Kollegen“ vor dem Sitz der FG-Regierung vorgesehen. In der Provinz Wallonisch-Brabant wollen sich die streikenden Lehrkräfte am Fuß des Löwenhügels von Waterloo versammeln und anschließend eine „Schneckenaktion“ bis Nivelles durchführen. In Mons ist eine Solidaritätskette auf dem Square Roosevelt geplant, während in Namur und Lüttich symbolische „Trauerwachen“ stattfinden sollen, um die Regierungspolitik „zu Grabe zu tragen“. Am 10. Oktober hatte die FG-Regierung nach ihrem Haushaltskonklave Einsparungen von insgesamt 86,7 Millionen Euro im Pflichtschulwesen ab dem kommenden Jahr angekündigt. Höhere Unterrichtsverpflichtung um 10 Prozent ohne Lohnausgleich für Lehrkräfte der Oberstufe, Kürzungen bei Krankheitsentschädigungen und Einschränkungen bei der vorzeitigen Pensionierung – die Liste der Kritikpunkte der Gewerkschaften ist lang. Diese Vorwürfe kommen zu einer bereits bestehenden Unzufriedenheit hinzu, die sich gegen andere Reformprojekte richtet, darunter die geplante Abschaffung des Beamtenstatus für neue Lehrkräfte zugunsten unbefristeter Arbeitsverträge.

Dem Streik am Montag soll in zwei Wochen eine weitere Aktionstag im öffentlichen Dienst folgen. Die Lehrerverbände der FG rufen ihre Mitglieder auf, sich dem landesweiten Streikaufruf für den 25. November anzuschließen. Das ist Teil einer Reihe von drei Aktionstagen der Gewerkschaften, die Ende des Monats gegen verschiedene Reformen der föderalen „Arizona“-Koalition gerichtet sind. Trotz des Streiks sind alle Schulen verpflichtet, ihre Türen zu öffnen und eine Kinderbetreuung für anwesende Schüler zu gewährleisten. (belga/sc)

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