DG-Parlament: Debatte über höheres Sprachniveau im Integrationsparcours

<p>Debatte im PDG-Ausschuss: Sprachförderung und Integration im Fokus</p>
Debatte im PDG-Ausschuss: Sprachförderung und Integration im Fokus | Illustration: Hendrik Schmidt/dpa

Dort soll unter anderem das geforderte Mindestniveau von A2 auf B1 angehoben werden und Eltern schulpflichtiger Kinder müssten künftig Sprachkenntnisse nachweisen, falls nicht, droht eine Streichung des sogenannten Schulbonus.

Diana Stiel erinnerte daran, dass die Vivant-Fraktion seit Jahren ein Mindestsprachniveau von B1 fordere – ein Niveau, das auch das Arbeitsamt der DG für den Zugang zum Arbeitsmarkt voraussetze. Sie fragte daher, ob die Regierung plane, das Sprachniveau im Integrationsparcours ebenfalls anzuheben und ob weiterhin auf eine Prüfung verzichtet werden solle.

Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) betonte: Menschen, die gut Deutsch oder Französisch sprechen, hätten besseren Zugang zur Gesellschaft und zum Berufsleben. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass Sprache nicht allein im Kursraum erlernt werde: „Eine Sprache ist ein Kommunikationsmittel, man erlernt sie nicht nur in einem Sprachkurs, sondern durch Interaktion in realen Kommunikationssituationen.“ Zur Frage eines höheren Mindestniveaus zeigte sich die Ministerin offen, warnte jedoch vor Hürden: „Ich bin aber auch gerne bereit, über eine Anhebung des Sprachniveaus im Rahmen des Integrationsparcours nachzudenken. Es muss aber klar sein, dass das in Zeiten von Sparhaushalten kein leichtes Unterfangen (...) ist.“

Besonders für Kinder und Jugendliche verwies Klinkenberg auf bereits bestehende Angebote. In Schulen gebe es Sprachlernklassen und zusätzliche Förderkurse, nach deren Abschluss die Integration in Regelklassen nach dem Immersionsprinzip erfolge. Darüber hinaus würden Freizeitangebote wie Sport- und Kulturvereine sowie soziale Treffpunkte in der DG bewusst genutzt, um Alltagssprache zu fördern. „Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch außerhalb der Schule die Sprache praktizieren“, unterstrich Klinkenberg. Die Ministerin betonte außerdem, dass die Sprachförderung über den Integrationsparcours hinausreiche. Verschiedene Anbieter ermöglichten nach Abschluss des verpflichtenden Kurses den weiteren Ausbau bis zu den Niveaus B1, B2 oder höher. Zur Frage nach einer verpflichtenden Abschlussprüfung äußerte sie sich nicht grundsätzlich ablehnend, verwies aber darauf, dass „die DG wahrscheinlich die Kosten übernehmen müsste“. Bei einer Prüfungsteilnahme vone ohnehin schon 90 Prozent frage sie sich, ob „diese Ausgaben zu Lasten der DG zielführend sind“. Stiel gab der Ministerin in großen Teilen Recht und kündigte an, sich selbst ein Bild von den bestehenden Angeboten machen zu wollen. Dennoch mahnte sie an, dass man „dranbleiben“ müsse. „Das Ziel ist noch nicht erreicht, deshalb sind hier noch Anstrengungen nötig.“ Es folgte ein konstruktiver Austausch. (nc)

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