Erde steuert laut UN auf 2,8 Grad Erwärmung zu

<p>Ein von den Überschwemmungen des Flusses Guadarrama betroffener Bereich des Dorfes Las Sabinas am 21. März 2025 in Móstoles, Madrid.</p>
Ein von den Überschwemmungen des Flusses Guadarrama betroffener Bereich des Dorfes Las Sabinas am 21. März 2025 in Móstoles, Madrid. | Foto: A. Pérez Meca/EUROPA PRESS/dpa

Die Erde steuert den Vereinten Nationen zufolge mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Sehr wahrscheinlich werde das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts überschritten, teilte das UN-Umweltprogramm (UNEP) mit Sitz in Nairobi mit. Die Weltgemeinschaft will die Erderwärmung eigentlich bei 1,5 Grad begrenzen, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden.

Gegenüber den im vergangenen Jahr prognostizierten 3,1 Grad fällt die Berechnung im diesjährigen UN-Bericht etwas besser aus. Geht man davon aus, dass die Staaten alles umsetzen, was sie sich in ihren nationalen Klimaschutzplänen vorgenommen haben, wäre der Berechnung zufolge bis Ende des Jahrhunderts mit 2,3 bis 2,5 Grad Erwärmung zu rechnen. Im vergangenen Jahr lag diese Prognose noch bei 2,6 bis 2,8 Grad.

Allerdings seien für 0,1 Grad der Verbesserung methodische Änderungen verantwortlich, erklärt die UNEP. Der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen werde mit 0,1 Grad negativ ins Gewicht fallen.

„Fortschritte bei weitem nicht schnell genug“

„Das ist ein Fortschritt – aber bei weitem nicht genug“, kritisiert UN-Generalsekretär António Guterres. Mit den derzeitigen Plänen stünden die Zeichen immer noch auf „Klimakollaps“.

Um die 1,5 Grad noch einzuhalten, müssten die Emissionen in den nächsten zehn Jahren verglichen mit 2019 um 55 Prozent verringert werden - um zumindest unter zwei Grad zu bleiben um 35 Prozent. Tatsächlich würde die vollständige Umsetzung aller für 2035 angekündigten nationalen Klimapläne nur eine Verringerung von rund 15 Prozent bewirken. Und selbst diese Zahl steht mit dem US-Rückzug unter Vorbehalt.

1,5 Grad fast sicher überschritten – aber vielleicht nicht für immer?

Das bislang heißeste Jahr 2024 hat die Marke von 1,5 Grad bereits gerissen – offiziell verfehlt gilt das Ziel erst im mehrjährigen Durchschnitt. Die Vereinten Nationen sehen die Überschreitung jedoch als kaum noch vermeidbar an. „Entschiedene, zeitnahe Verringerungen der Emissionen kann den Beginn der Überschreitung verzögern, aber nicht vollständig verhindern“, schreiben die Autoren. „Die große Aufgabe, die vor uns liegt, besteht darin, dieses Überschreiten vorübergehend und minimal zu halten“, sodass eine Rückkehr auf 1,5 Grad im Bereich des Möglichen bleibe.

Guterres warnt: „Jede Phase, in der die Ziele überschritten werden, wird unweigerlich dramatische Folgen haben – mit dem Verlust von Menschenleben, entwurzelten Gemeinden und Rückschritten in der Entwicklung.“

Doch es gibt auch einen Lichtblick: Seit dem Beginn des Pariser Klimaabkommens vor zehn Jahren hat sich die jährliche Erwärmungsprognose verringert, damals ging man von 3 bis 3,5 Grad aus.

Technologie ist da – nötig wäre politischer Wille

Die Technologien, mit denen sich die Emissionen rapide verringern ließen, seien verfügbar, betonen die Autoren. „Die Entwicklung von Wind- und Solarenergie boomt, wodurch die Kosten sinken. Das bedeutet, dass die internationale Gemeinschaft ihre Klimaschutzmaßnahmen beschleunigen kann – wenn sie sich dazu entschließt.“

Besonders in der Pflicht sehen die UN die wirtschaftsstarken Länder der G20: Diese Staaten, die für den Großteil der Emissionen verantwortlich sind, seien nicht auf dem Weg, ihre Ziele für 2030 zu erreichen. Stattdessen seien ihre Emissionen 2024 um 0,7 Prozent gestiegen.

Lebensgrundlagen in Gefahr

Wegen der Erderwärmung gibt es in vielen Regionen häufiger und öfter extremes Wetter, also Hitzewellen und Dürren, Stürme und Überflutungen. Dies kann ganze Regionen unbewohnbar machen, Ernten zerstören und damit Hungerkrisen verschärfen. Außerdem steigt der Meeresspiegel, was Küstenregionen und kleine Inselstaaten bedroht. Je stärker die Erwärmung, desto extremer die Folgen – zudem steigt das Risiko für das Überschreiten von unumkehrbaren Kipppunkten mit unabsehbaren Folgen. (dpa)

Kommentare

  • Frau Schwedes, was schreiben Sie da? Da faselt ein Guterres etwas von Globaltemperatur und Sie verbreiten diesen geistigen Müll auch noch. Wo steht denn das Globalthermometer, welches die Globaltemperatur anzeigt. Guter Journalismus hinterfragt kritisch, bevor er etwas verbreitet und recherchiert selbst. Zum Trost, Sie sind nicht allein mit Ihrer Arbeitsmoral.

  • "Guter Journalismus hinterfragt kritisch, bevor er etwas verbreitet und recherchiert selbst."
    Gute Kommentarschreiber sollten das auch beherzigen...
    Dann soll der Herr Wahl mal zu den gestellten Fragen recherchieren, statt selber "geistigen Müll" zu verbreiten.
    Selbstverständlich gibt es kein "Globalthermometer" zur Temperaturmessung, genau so wenig wie den Amsterdamer Pegel zur Messung des Meeresniveaus.

    "Die globale Durchschnittstemperatur wird berechnet, indem die Temperaturen an vielen Orten auf der Erde gleichzeitig gemessen und zu einem Durchschnittswert zusammengefasst werden. Die Veränderung des Durchschnittswerts wird durch Vergleich der Werte zu verschiedenen Zeitpunkten sehr gut gemessen."
    Sagt die KI, und der wollen wir doch nicht widersprechen, oder doch? Die Super-KI von Küchelscheid weiß es besser?

  • Ach ja, KI, in Oimjakon - 25 Grad, in Madrid +25 Grad, am selben Tag. Ergibt einen Durchschnitt von 0 Grad. Was ziehen Sie an, Herr Schleck? Merken Sie eigentlich noch was?

  • Mja, zum Glück besteht das Klima der ganzen Welt nur aus dem Mittelwert von gerade mal zwei Temperaturen aus Oimjakon und Madrid...

    Nullpol eben...
    Sinnlos, solche Leuten auch nur im Ansatz ernst zu nehmen.

    Wohl ernst nehmen sollten wir die Tatsache, dass wir als Menschheit immer noch den Ast absägen, auf dem wir sitzen...

  • Ach ja, da ist er wieder, der Herr Wahl, mit seiner altbekannten Masche: mit einem Zweizeiler ein absurdes Beispiel konstruieren, auf das er dann genüsslich eindreschen kann.

    Von Statistik hat scheint er jedenfalls noch nie etwas gehört zu haben. Dabei ist das eine mathematische Disziplin und wird auf vielen Gebieten tagtäglich angewandt, so etwa im Bereich der Lebensversicherungen, wo die Prämien auf Grund der durchschnittlichen Lebenserwartung berechnet werden. Dazu braucht es eine „statistisch relevante Größe“, also weit mehr als zwei Messdaten, wie der Herr Wahl „suggeriert“.
    Frauen leben statistisch gesehen 5 Jahre länger als wir Männer, wobei nichts über das Einzelschicksal ausgesagt wird.

    Auch Durchschnittseinkommen werden berechnet oder … in der Meteorologie die durchschnittliche Niederschlagsmenge am Äquator, in der Sahara, einem Land oder auf dem Hohen Venn, womit wir wieder beim Thema wären.

    Ach ja, zu den anderen offenen Fragen (s. „Amsterdamer Pegel“ und andere), dazu fällt ihm weiterhin nichts ein. Weiß denn die KIGP („Künstliche Intelligenz der Gegenpoler“) nichts darüber?

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