Demnach gelingt es Belgien bislang nur unzureichend, die Vorgaben des Europäischen Aktionsplans für Integration und Inklusion 2021–2027 in nationale Maßnahmen umzusetzen. Laut der Analyse fehlt es an Koordination zwischen den zuständigen Behörden, was bei den betroffenen Frauen zu Verunsicherung und Frustration führt.
Mehrere Teilnehmerinnen der Untersuchung berichten von einem Mangel an klaren Informationen und von zahlreichen administrativen Hürden – etwa bei der Anerkennung von Diplomen oder bei der Erteilung von Arbeitserlaubnissen. Diese Verfahren seien oft so komplex, dass sie viele Frauen davon abhalten, einer Arbeit nachzugehen.
Das IEFH kritisiert zudem, dass Integrations- und Gleichstellungspolitik zu wenig miteinander verzahnt seien: Während Integrationsmaßnahmen die Geschlechterperspektive kaum berücksichtigten, richteten sich Gleichstellungsstrategien selten an Frauen mit Migrationshintergrund. Viele Betroffene fielen dadurch zwischen die Systeme.
Die Studie empfiehlt der Regierung, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und die Gleichstellungsaspekte stärker in politische Maßnahmen einzubeziehen. Außerdem brauche es regelmäßige Datenerhebungen und gezielte Forschung, um wirksame Programme zu entwickeln.
Nach Ansicht des IEFH werden die Kompetenzen und Potenziale von Migrantinnen in Belgien noch immer unterschätzt. Eine bessere politische Abstimmung könne nicht nur zur wirtschaftlichen Teilhabe, sondern auch zur gesellschaftlichen Integration beitragen – und so bestehende Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt abbauen. (belga/rt)

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