Gravierende Sicherheitsmängel bei Shein und Temu – Testachats schlägt Alarm

<p>Testkäufe enthüllen gravierende Mängel bei Shein und Temu.</p>
Testkäufe enthüllen gravierende Mängel bei Shein und Temu. | Foto: Oliver Berg/dpa

„Wer bei Temu oder Shein einkauft, spielt gewissermaßen russisches Roulette“, warnt Testachats-Sprecherin Julie Frère gegenüber der Zeitung „La Meuse“. „Einige Produkte mögen unbedenklich sein, aber viele andere stellen ein echtes Risiko für die Sicherheit dar.“

112 von 162 getesteten Produkten fielen durch

Für die Studie wurden 162 Artikel überprüft, die in drei Kategorien aufgeteilt waren: Kinderspielzeug, USB-Ladegeräte und Halsketten. Alle Produkte stammten von Dritthändlern, die ihre Waren über die beiden Plattformen anbieten. In Labortests wurden sie auf mechanische, elektrische, chemische und Kennzeichnungs-Mängel untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend: 112 Produkte wiesen mindestens einen schwerwiegenden Sicherheitsverstoß auf – was ihre Verkaufbarkeit in der EU illegal macht.

Gefährliche Spielzeuge und überhitzte Ladegeräte

Besonders bedenklich sind laut Testachats die Spielzeuge. Alle auf Shein gekauften Spielwaren – und 26 von 27 bei Temu bestellten – fielen durch. Unter den Mängeln: abnehmbare Kleinteile, die Erstickungsgefahr bergen, scharfe Kanten oder der Einsatz giftiger Stoffe. Etwa 60 Prozent der getesteten Spielzeuge wurden als mittleres bis hohes Risiko eingestuft.

Auch bei den USB-Ladegeräten sieht es kaum besser aus: 52 von 54 fielen durch mindestens einen Test. Einige Modelle erreichten bei Überlastung sogar über 100 Grad Celsius – ein eindeutiges Brandrisiko. Lediglich ein Ladegerät pro Plattform erfüllte alle Prüfkriterien.

Toxische Metalle in Schmuck

Etwas besser schnitten die Halsketten ab, doch auch hier fanden die Tester gesundheitsgefährdende Rückstände. Mehrere enthielten besorgniserregend hohe Mengen an Cadmium – einem giftigen und krebserregenden Schwermetall. Ein Modell überschritt die EU-Höchstgrenze um das 8.500-Fache.

Angesichts dieser Ergebnisse appelliert Testachats an die Verbraucher, äußerst wachsam zu sein. Zugleich begrüßt die Organisation die vom Föderalminister Jean-Luc Crucke (MR) angekündigten verstärkten Kontrollen im Onlinehandel. „Diese Plattformen boomen, aber die Sicherheit darf dabei nicht auf der Strecke bleiben“, betont Julie Frère. „Billigpreise rechtfertigen keine Risiken für Kinder oder Verbraucher.“ (calü)

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