Doch offenbar wissen das längst nicht alle Fahrgäste. Laut Zahlen des Ministers wurden allein im Jahr 2023 insgesamt 2.747 Bußgelder wegen Verstößen verhängt – durchschnittlich 228 pro Monat. Im Jahr 2024 stieg die Zahl sogar auf 3.238 Fälle, also etwa 269 pro Monat.
Von Januar bis Juni 2025 wurden bereits 1.248 Protokolle ausgestellt, was einem monatlichen Schnitt von 208 Verstößen entspricht. Die Strafe beträgt 50 Euro pro Fall.
„Diese Zahlen spiegeln allerdings nicht die gesamte Realität wider, da unsere Kontrollbeamten nicht ständig auf allen Bahnsteigen präsent sind“, räumte Minister Crucke in der Kammer ein.
Neben der Polizei sorgen auch Securail-Agenten und das Bahnpersonal für Überwachung. Reisende können zudem offiziell Beschwerde einreichen – was im vergangenen Jahr 30-mal, 2023 hingegen noch 49-mal geschah. Parallel dazu setzt die SNCB auf regelmäßige Informationskampagnen: Lautsprecherdurchsagen und Plakate wird immer wieder an das Rauchverbot erinnert – dieses gilt übrigens auch für E-Zigaretten (oft auch als „Vapes“ bezeichnet).

Weniger Zigarettenstummel in den Bahnhöfen
Trotz der zahlreichen Verstöße sieht der Mobilitätsminister eine positive Entwicklung. „Insgesamt ist eine deutliche Abnahme der weggeworfenen Zigarettenstummel auf den Bahnsteigen und in den Gleisanlagen zu beobachten – vor allem in größeren Bahnhöfen“, erklärte Crücke. Das wirke sich positiv auf die Sauberkeit aus: „Die Mülleimer in den Bahnhöfen müssen seltener geleert werden – auch wenn jene im Eingangsbereich dafür schneller voll sind.“
Um das Rauchverbot sichtbarer zu machen, testet die belgische Eisenbahngesellschaft (SNCB) seit dem 16. Mai ein neues Konzept im Bahnhof Gent-Sint-Pieters: Vor jedem Eingang wurden Bodenmarkierungen angebracht, die deutlich auf die rauchfreien Zonen hinweisen. „Das System zeigt Wirkung“, betonte der Minister. „Wir beobachten deutlich weniger Raucher an den Eingängen und eine verstärkte Nutzung der Aschenbecher, die in der Nähe aufgestellt sind. Diese Maßnahme hat direkt zu einer besseren Einhaltung des Verbots im Inneren des Bahnhofs geführt.“
Das Pilotprojekt werde derzeit ausgewertet – eine Ausweitung auf weitere Bahnhöfe sei bereits im Gespräch. (calü)

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