Demnach haben im Jahr 2024 rund 140.000 Belgier ihre Berufstätigkeit endgültig beendet. Fast die Hälfte von ihnen – 69.313 Personen – ging vor dem gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren in Rente. Das sind 14.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Ein Grund dafür könnte die Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters sein. Denn seit diesem Jahr ist das Renteneintrittsalter von bisher 65 auf nun 66 Jahre angehoben worden.
Mit Sorge blickt die Föderalregierung auf diese Entwicklung: Denn eigentlich sollte der von der vorherigen Koalition eingeführte Pensionsbonus genau das Gegenteil bewirken – nämlich finanzielle Anreize schaffen, länger zu arbeiten. Doch laut den vorliegenden Zahlen scheint die Maßnahme kaum Wirkung zu zeigen.
Im Gegenteil: Viele der Frühpensionierten hatten trotzdem Anspruch auf diesen Bonus, der bereits ab dem frühestmöglichen Pensionszeitpunkt berechnet wird – und der liegt meist deutlich vor der gesetzlichen Altersgrenze. „Wer früher aufhört zu arbeiten, wird dadurch sogar finanziell belohnt“, kritisiert Ronse.
Die Arizona-Koalition um Premier Bart De Wever (N-VA) plant deshalb, ab dem 1. Januar eine umfassende Pensionsreform einzuleiten. Ziel ist es, die Frühpensionierung unattraktiver zu machen und längeres Arbeiten stärker zu belohnen. Die genauen Details der Reform sollen in den kommenden Wochen vorgestellt werden. (belga/calü)

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