Die Analyse, durchgeführt von den Beratungsunternehmen Climact und IDEA Consult, beleuchtet die Entwicklung des Arbeitskräftebedarfs in sieben Schlüsselbereichen: Transport, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie, Kreislaufwirtschaft, Forschung und Entwicklung, Bildung sowie Bauwesen. Diese Sektoren seien, so der Bericht, nicht nur von großer wirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch besonders stark von den Folgen und Anforderungen der Klimawende betroffen.
Die Autoren fordern eine rasche und koordinierte Reaktion auf die tiefgreifenden Veränderungen des Arbeitsmarktes. Nur wenn die Lücke zwischen den Qualifikationen der Arbeitssuchenden und den Anforderungen der klimabezogenen Berufe geschlossen werde, könne Belgien die Chancen der ökologischen Transformation nutzen, heißt es darin. Entscheidend seien dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Föderal- und Regionalbehörden, öffentlichen Diensten, Sozialpartnern, Branchenfonds und Bildungseinrichtungen. Die Untersuchung formuliert mehrere Empfehlungen: Die öffentlichen Behörden sollen klare Strategien und Aktionspläne entwickeln, um die klimabezogenen Kompetenzen systematisch zu fördern. Bildungseinrichtungen werden aufgefordert, die Anforderungen des Arbeitsmarktes rasch in ihre Lehrpläne zu integrieren und den Klimawandel als festen Bestandteil der Ausbildung zu verankern. Arbeitgeber und Branchenfonds sollen die Nachfrage nach „grünen Kompetenzen“ stärker hervorheben, damit Berufsbilder und Ausbildungsangebote besser auf die ökologischen Herausforderungen abgestimmt werden. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Klimawende nicht nur eine ökologische, sondern auch eine arbeitsmarktpolitische Aufgabe sei – und Belgien seine Strukturen schneller anpassen müsse, um diese doppelte Herausforderung zu meistern. (belga/svm)

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