Bereits am 14. Mai hatte die föderale Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es Hausdurchsuchungen in der Küstengemeinde Bredene gegeben habe. Ermittelt werde wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, aktiver und passiver Korruption sowie Geldwäsche. Einer der Verdächtigen sei damals festgenommen worden.
Nach Recherchen von „Knack“ handelt es sich dabei um den 60-jährigen Munitionsexperten Guy M. aus Bredene. Am Tag der Durchsuchung seiner Wohnung wurde er am Landesflughafen in Zaventem festgenommen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.
Die Ermittler prüfen, ob über das NSPA vertrauliche Informationen an Rüstungsfirmen weitergegeben wurden, um ihnen beim Zuschlag für lukrative Verträge Vorteile zu verschaffen. Das in Luxemburg ansässige Beschaffungszentrum ermöglicht es den NATO-Mitgliedstaaten, gemeinsame Waffenkäufe und Rüstungsprojekte abzuwickeln. Insgesamt arbeiten dort 147 Belgier.
Auch zwei weitere belgische Reservisten, die in der Munitionsabteilung des NSPA tätig sind, sollen inzwischen unter Verdacht stehen. Laut den Berichten hat NATO-Generalsekretär Mark Rutte ihre Immunität aufgehoben. Bis zur endgültigen Klärung wurden die beiden von ihren Funktionen suspendiert.
Die NATO selbst hält sich bedeckt. Sprecherin Allison Hart erklärte lediglich: „Das NSPA arbeitet eng mit den nationalen Justizbehörden zusammen und unterstützt deren Ermittlungen zu mutmaßlich kriminellen Handlungen einzelner aktueller und ehemaliger Mitarbeiter.“ (belga/calü)

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