Mehr als die Hälfte der Befragten gab zudem an, bestehende Mandanten bereits an Kollegen weiterverweisen zu müssen – ein Schritt, der in der Branche bislang als absolute Ausnahme galt.
Die Gründe liegen laut Creccb vor allem in der immer komplexeren Steuer- und Verwaltungslandschaft sowie im akuten Fachkräftemangel. Hinzu kommen die Anforderungen an die Qualitätskontrolle und gesundheitliche Belastungen durch Überstunden und Dauerstress.
„Wenn hier keine Strukturreformen kommen, wird der Mangel an Buchhaltern zu einem gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problem“, warnt der Berufsverband. Besonders betroffen seien kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ohnehin oft Schwierigkeiten haben, kompetente Begleitung in Buchhaltung und Steuerfragen zu finden.
Forderungen an die Politik
Die Branche wandte sich deshalb in einem Brief direkt an Finanzminister Jan Jambon (N-VA) und Wirtschaftsminister David Clarinval (MR). Darin fordert der Verband weniger Bürokratie durch vereinfachte Berichtspflichten und eine Entschärfung der steuerlichen Komplexität. Außerdem brauche es gezielte Anreize für Kanzleien, die in die Ausbildung und Begleitung von Nachwuchskräften investieren. Ebenso entscheidend sei eine engere Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen, damit junge Leute schneller den Weg in die Praxis finden.
Die Creccb betont: Nur wenn Politik und Ausbildungssystem gemeinsam handeln, lasse sich verhindern, dass der aktuelle Engpass in eine echte Krise für Unternehmen und die gesamte Wirtschaft umschlägt. (belga/calü)

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